Streit um 80 neue StellenRheinisch-Bergischer Kreistag geht Landrat Santelmann scharf an

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SPD-Kreistagsfraktionschef Gerhard Zorn steht am Rednerpult in einer Kreistagssitzung. Neben ihm sitzen Landrat Stephan Santelmann (CDU) und Vertreter der Kreisverwaltung an Tischen auf dem Podium.

Nicht nur von SPD-Frakionschef Gerhard Zorn (links am Rednerpult) musste sich Landrat Stephan Santelmann (CDU) scharfe Kritik anhören.

Einhellige Kritik übten schwarz-grüne Mehrheit und Opposition im Kreistag an Landrat Stephan Santelmann (CDU).

Der Kreistag hat am Donnerstagabend den überwiegenden Teil der von Landrat Stephan Santelmann (CDU) im Herbst überraschend nachgeforderten neuen Stellen freigegeben.

Von den von den Bürgermeistern im Kreis scharf kritisierten 80,78 Stellen gab der Kreistag mit seiner schwarz-grünen Mehrheit lediglich 14,4   nicht frei; weitere Streichforderungen anderer Fraktionen – so wollte die SPD 36,15 Stellen nicht freigeben – fanden keine Mehrheit.

Zum Führen gehört es, auch Nein zu sagen, statt alles laufen zu lassen.
Gerhard Zorn, SPD-Kreisfraktionschef

Vor der Einzelabstimmung über jede einzelne Position musste sich Santelmann erneut scharfe Kritik anhören. CDU-Fraktionschef Johannes Dünner: „Wir möchten das so nicht mehr haben!“ Grünen-Fraktionschefin Ursula Ehren: „Was ist da eigentlich los bei der Verwaltungsführung? Gab es wirklich niemand, der gesagt hat: Hey Leute, so können wir das nicht machen?“

SPD-Fraktionschef Gerhard Zorn: „Zum Führen gehört es, auch Nein zu sagen, statt alles laufen zu lassen.“ Dr. Alexander Engel (FDP): „Herr Landrat, ich würde mir wünschen, dass Sie sich an der ein oder anderen Stelle weniger von der Verwaltung führen lassen, sondern die Verwaltung führen.“ Kritik formulierten auch Freie Wähler, AfD und Linke.

Neue Tierarzt-Posten und Stellen in der inneren Verwaltung gestrichen

Zu den gestrichenen Stellen gehören neue Tierarzt-Posten ebenso wie Jobs im Bereich der inneren Verwaltung. Die beiden Hilfskräfte für zwei Dezernenten wurden auf je eine halbe Stelle statt einer ganzen reduziert. Die Pflegeberatung bekommt nach dem Votum von CDU, Grünen und FDP vier statt fünf Stellen, während sich die Freien Wähler für drei und die SPD für zwei eingesetzt hatte.

Gestrichen wurde eine 40-Prozent-Stelle für das Kulturamt. Bestätigt wurde hingegen ein neuer Posten für Social-Media-Management bei der Pressestelle.

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