Bauvorhaben in HoffnungsthalWohnblock zwischen Villen

Baustelle. Symbolbild
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Rösrath – Auf vielstimmige Kritik im Planungsausschuss stieß ein Neubauprojekt an der Hauptstraße 318 in Hoffnungsthal. Der Investor AIP Wohnen plant ein Mehrfamilienhaus mit 16 Wohnungen und Tiefgarage nahe dem Abzweig zum Aldi-Markt auf dem Reusch-Gelände.
Die Einwände der Politiker richteten sich vor allem gegen die Größe und auf die starke Verdichtung. In der Umgebung bestimmen Villen das Bild – im Ausschuss herrschte die Meinung vor, dass sich das Gebäude mit 619 Quadratmetern Grundfläche, drei Etagen und viertem, aufgesetztem Staffelgeschoss mit Flachdach dort nicht einfügen würde. Umstritten blieb, ob die geforderte Zahl der Parkplätze ausreicht.
Grenzen des Erlaubten ausgereizt
Trotz aller Einwände konnte der Ausschuss die Baumasse jedoch nicht verringern oder das Projekt aufhalten, weil es auf einem gültigen Bebauungsplan basiert, der erst seit Mai 2011 rechtskräftig ist. Damals Jahrzehnts ging es um einen kleineren Baukörper. Mit den nun vorliegenden Plänen schöpft der Investor die Grenzen des Zulässigen weitergehend aus. Angesichts des Bebauungsplans gibt es laut Dezernent Christoph Herrmann „keinen Ansatzpunkt“, das Projekt in Frage zu stellen. So blieb den Politikern nur, den starken Eingriff ins Ortsbild zu bedauern.
CDU-Fraktionschef Erhard Füsser sagte, der „Charakter“ der Umgebung werde „massiv“ verändert. Frank D. Albert von der Ohe (Linke) vermisste beim Investor das Augenmaß. „Wir sind schon erschlagen“, stellte Hardy Schumacher (Grüne) fest. Nur Thorsten Kropp (FDP) setzte andere Akzente: Die Gestaltung des Projekts sei auch durch den Markt und das Käuferverhalten beeinflusst. So seien die Wohnungen in der obersten Etage am teuersten und deren Käufer wollten keine Dachschräge.
SPD-Fraktionschef Dirk Mau SPD-Ratsherr Jürgen Bachmann sahen Anlass zur Selbstkritik, denn der Ausschuss habe den Bebauungsplan ja selbst beschlossen: „Es ist größere Sorgfalt nötig, wenn wir Pläne beschließen“, sagte Mau. Man müsse künftig damit rechnen, dass ein Investor an die Grenzen des Zulässigen gehe. Füsser betonte, dies sei vor allem Sache der Stadtverwaltung, auf deren „fachliche Einschätzung“ die Politik angewiesen sei. Albert von der Ohe äußerte die Hoffnung, eine Welle der Ablehnung könne den Investor bewegen, das Projekt noch zu verändern.
