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Denkmal des MonatsDas Haus Steeg in Rösrath

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Über 400 Jahre alt ist Haus Steeg in Rambrücken, das früher auch Steegerhof genannt wurde. Es zählt zu den ältesten Gebäuden im Bergischen Land.

Rösrath – Vom heutigen Amtssitz des Bürgermeisters zu einem Vorläufer geht es bei der Aktion „Denkmal des Monats“ in Rösrath: Im Dezember 2013, 100 Jahre nach seiner Einweihung, stand das Rathaus Hoffnungsthal im Blickpunkt – und für den Januar haben Geschichtsverein und Stadt Rösrath das Haus Steeg in Rambrücken als „Denkmal des Monats“ ausgewählt. Das Fachwerkhaus, das auf einer kleinen Anhöhe im Sülztal liegt, diente dem ersten Rösrather Bürgermeister Franz Wilhelm Gammersbach als Amtssitz. 1808 hatte Napoleon die Gründung von Bürgermeistereien befohlen, die „Munizipalität“ Rösrath trat an die Stelle des früheren Botenamts Volberg. Der Innenminister in Düsseldorf ernannte den Juristen Gammersbach zum Bürgermeister. Dieser versah seine Tätigkeit ehrenamtlich, ein Zimmer seines Hauses richtete er für seine Amtsgeschäfte her. Welches Zimmer dies war, ist jedoch nicht überliefert.

1578 gebaut, ist Haus Steeg eines der ältesten Gebäude im Bergischen Land. Auch aus diesem Grund bietet es sich als „Denkmal des Monats“ an. Erst im Oktober 2013 haben Geschichtsverein und Stadt Rösrath die Denkmal-Aktion begonnen, doch durch die geglückte Auswahl von Gebäuden und Grabmälern fand sie bereits viel Aufmerksamkeit. Bei Haus Steeg gibt es weiter einige Fragezeichen, so ist zum Beispiel unbekannt, wer es gebaut hat und warum die Räume mehr als drei Meter hoch sind, was im 16. Jahrhundert ungewöhnlich war. Bekannt ist, dass die Familie Gammersbach ab 1680 über vier Generationen in dem Fachwerkhaus lebte – bis 1835. Damals hieß es noch Steegerhof. Nach den beiden Weltkriegen wohnten teilweise mehrere Familien gleichzeitig im Haus. Noch mehr Wissenswertes über Haus Steeg hat Familienforscherin Elisabeth Klein zusammengetragen. Nachzulesen ist es in einem Aufsatz in dem Buch „Herrschaft der Höfe“. Als Band 38 ist es in der Schriftenreihe des Geschichtsvereins Rösrath erschienen, das zurzeit aber vergriffen ist.

1964 zogen Linda und Horst Schmalstieg in Haus Steeg ein, sie gaben ihm sein heutiges Gesicht. In die Erhaltung haben sie viel Geld gesteckt, Zuschüsse für die Restauration erhielten sie nicht. 48 Fenster, alle nur ein Fach groß und in den Maßen voneinander abweichend, erforderten Sonderanfertigungen. 1978 ließen die Eheleute Schmalstieg das Haus entkernen, neue Wände ziehen, Bäder einbauen und die Küche verlegen. „Es ist nicht so einfach, in so einem Denkmal zu wohnen“, sagt Horst Schmalstieg. „Fast jeden Tag ist etwas am Haus zu machen.“ Zugleich zeigt er sich stolz auf diese Leistung: „Das ist mein Lebenswerk.“