Der Rösrather Ehrenbürger Willy Ketzer, bekannt als Jazz-Schlagzeuger und Bandleader, wird am heutigen Dienstag, 3. Februar 2026, 75 Jahre alt.
75. Geburtstag von Willy KetzerVon Rösrath startete er ins internationale Musikgeschäft

Ausgewählte Episoden aus seinem zweiten Buch „Mit dem Namen kannst du nicht Papst werden…“.präsentiert Willy Ketzer am 1. März bei einem Gastspiel in der Heilig-Geist-Kirche in Forsbach.
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Willy Ketzer, bekannt als Jazz-Schlagzeuger und Bandleader, unterwegs auf internationalem Parkett und gleichzeitig immer wieder engagiert im Rösrather Kulturleben, feiert am heutigen Dienstag seinen 75. Geburtstag. Der in Bad Kreuznach geborene Musiker arbeitet schon seit fast 50 Jahren professionell im Fernseh-, Gala- und Musikproduktions-Geschäft.
Nach einem Studium an der Musikhochschule in Köln gelang ihm der Karrierestart in den Studios und in der Band von Klaus Doldinger, USA- und Europatourneen mit dessen Band „Passport“ inklusive. Schnell folgte der weitere Aufstieg im nationalen Musikgeschäft, darunter als ständiger Gast der Orchester WDR Big Band, Hugo Strasser oder Max Greger. Zugleich machte er sich auch im internationalen Musikgeschäft einen Namen – und spielte mit Größen wie Tom Jones, Liza Minnelli, Barry Manilow, Jerry Lewis oder José Carreras. Weitere wichtige Stationen waren 1990 die Gründung der eigenen Big Band und von 2010 an der Einsatz als ständiger Drummer bei Helge Schneider.
„Am Grab gibt's keine Steckdose“ war der Titel sein ersten Buches
Die Erlebnisse jener Jahre, als er mit den besten Musikern der Welt spielte, fasste er 2015 in seinem ersten Buch „Am Grab gibt's keine Steckdose“ zusammen und machte sich damit auch als Buchautor einen Namen. Inzwischen hat der Rösrather, dem vor anderthalb Jahren die Ehrenbürgerwürde seiner Stadt verliehen wurde, schon sein zweites Werk veröffentlicht. Es trägt den Titel „Mit dem Namen kannst du nicht Papst werden…“.
Einige seiner Vorfahren hätten zwar für die Kirche gearbeitet, allerdings zum Beispiel als Stuckateure, erzählte er vor fast genau zwei Jahren anlässlich der Vorstellung seines zweiten Buches. Die kamen im 17. Jahrhundert aus der Lombardei, wo es wenig Arbeit für sie gab, ins Kurfürstentum Mainz, weil dort damals viel gebaut wurde.
Er möchte eine Lektüre bieten, an der man Spaß haben kann
Auch seine Aufgaben als Messdiener beschreibt er in seinem Buch als „erste, rudimentäre Formen des Entertainments“. Der Altar ist die „Bühne“ für ihn. Mit einer „vierglockigen Altarschelle“ hatte er sogar schon ein erstes Musikinstrument zur Verfügung.
Er wolle „nicht langatmig“ sein, erklärte er weiter im Gespräch, sondern eine Lektüre bieten, an der man Spaß haben kann. Dazu passen in diesem Buch auch seine unterhaltsamen Schilderungen von Begegnungen mit vielen großen Namen der Musik und der Unterhaltung — vom Jazzer Klaus Doldinger, der im vergangenen Oktober verstorben ist, bis zur Musiker-Legende Paul Kuhn.
Am Sonntag, 1. März, präsentiert Willy Ketzer ab 18 Uhr bei einem kostenfreien Gastspiel in der Heilig-Geist-Kirche in Forsbach ausgewählte Episoden aus „Mit dem Namen kannst du nicht Papst werden…“. Musikalisch werden die Texte von ihm selbst aufgegriffen und zwischen den Lesepassagen mit passenden Stücken atmosphärisch ergänzt, heißt es in einer Ankündigung der Stadt Rösrath. Begleitet wird er vom Pianisten und Sänger Tobias Sudhoff. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts „Kirche gibt Raum“ statt, zu der die Kirchengemeinde und Stadt Rösrath einladen. Die Gemeinde möchte in das denkmalgeschützte Forsbacher Kirchengebäude einen neuen Versammlungsraum einbauen.

