Kommunalwahl in RösrathKlare Mehrheit für Mombauer

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Rösrath – Um 21.23 Uhr steht das Ergebnis der Bürgermeisterwahl endlich fest. Rathauschef Marcus Mombauer (CDU) ist mit 52,6 Prozent im Amt bestätigt. Eine Stichwahl, die nach ersten Ergebnissen aus den Stimmbezirken denkbar schien, ist überflüssig. SPD-Herausforderer Dirk Mau liegt mit 39,7 Prozent deutlich hinter Mombauer, Linke-Kandidat Frank D. Albert von der Ohe hat mit 7,6 Prozent sein Ergebnis von 2008 etwa verdoppelt.
Der alte und neue Bürgermeister Mombauer zeigt sich „überwältigt“ von dem Ergebnis. „Damit kann man nicht rechnen“, stellt er fest. Die Wähler hätten „die Arbeit, die ich geleistet habe“, gewürdigt. Zugleich hätten ihm die Bürger einen „Vertrauensvorschuss“ gewährt, dem er durch „hohe Leistung“ gerecht werden wolle. „Ich habe einen starken Gegner gehabt“, sagt Mombauer mit Blick auf Mau. „Es zeigt sich deutlich, dass er Akzente gesetzt hat.“ Auch Albert von der Ohe habe ein „achtbares Ergebnis“ erreicht. „Es war ein fairer Wettkampf“, findet Mombauer. Die Kritik von Mau an seiner Amtsführung habe ihn „sehr nachdenklich“ gemacht. Er betont: „Kritik muss man als Bürgermeister vertragen können.“
Enttäuschung zeichnet sich bei Mau ab. „Es schmerzt schon“, sagt der SPD-Kandidat. „Ich wäre gern über 40 Prozent gekommen, um die Chance auf eine Stichwahl zu haben.“ Dann wäre es „spannend“ geworden, sagt Mau. Linke-Kandidat Albert von der Ohe habe erkennen lassen, dass er in einer Konkurrenz Mombauer kontra Mau den SPD-Bewerber bevorzugt hätte. „Ich werde versuchen, die mir wichtigen Themen auf andere Weise voranzubringen“, sagt Mau und äußert seine Glückwünsche an Mombauer. Diesem sei ein „Amtsbonus“ zugute gekommen, er selbst habe als Herausforderer mit einem „strukturellen Nachteil“ zu kämpfen gehabt, sagt Mau. Für die SPD Rösrath sieht er ein „zweigeteiltes Ergebnis“, die Wahl zum Stadtrat stelle sich anders dar als die Bürgermeisterwahl. „Insgesamt ist das Ergebnis der Stadtratswahl ein gutes“, sagt er mit Blick auf die deutlichen prozentualen Zugewinne der SPD.
Die CDU büßte bei der Wahl zum Stadtrat 0,7 Prozent ein und erhielt 17 Sitze wie bisher. Auch die Grünen blieben mit einem Minus von 1,2 Prozent weitgehend stabil, erreichten aber nur noch sechs Sitze (statt sieben). Die FDP als dritte Kraft im bisherigen Jamaika-Bündnis im Stadtrat kam auf knapp acht Prozent, sie verlor 4,8 Prozent und kam auf vier Sitze (bisher sechs). Die SPD kann sich über einen Zuwachs von 4,5 Prozent und einen zusätzlichen Sitz freuen. Die Linke blieb mit fast gleichem Ergebnis bei zwei Sitzen, die Bürger für Rösrath (BfR) kamen auf nur noch einen Sitz (statt zwei). Die Alternative für Deutschland (AfD) erreichte bei ihrem Neustart 5,66 Prozent und drei Sitze. Einzelbewerber Dieter von Niessen (parteilos) setzte sich in seinem Wahlbezirk Kleineichen erneut durch, allerdings nur knapp.
An den politischen Mehrheiten im Stadtrat wird sich damit wohl wenig ändern. „Ich versuche, die Gestaltungsmehrheit im Rat wiederherzustellen“, sagt CDU-Fraktionschef Erhard Füsser. Er führe wieder Gespräche mit den „sehr zuverlässigen Kooperationspartnern“ Grüne und FDP. „Ich bin erleichtert, dass es letztlich ein Ergebnis gibt, das den Bürgermeister bestätigt hat und die Kooperation auch weiter ermöglicht.“
