Künstlerin Mary BauermeisterPark statt verwilderter Grünfläche

Ein Platz zum Atemholen und Meditieren – die Künstlerin Mary Bauermeister will unentgeltlich einen Plan für den Forsbacher Park am Ehrenmal entwickeln.
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Rösrath – Aus dem Forsbacher Park am Ehrenmal könnte eine wunderschöne Anlage werden – gesetzt den Fall, dass für die neue Feuerwache der Forsbacher Wehr ein anderer Standort gefunden wird. Der Stadtrat verschob im Oktober 2013 die Entscheidung zu dem Standort nach massiven Protesten einer Bürgerinitiative. Aus der momentan nicht besonders gepflegten Fläche könnte ein idyllischer Park entstehen.
Für eine Umsetzung dieser Pläne konnte die Bürgerinitiative die Forsbacher Künstlerin Mary Bauermeister begeistern. „Ich stelle mich gern zur Verfügung, die Fläche in einem meditativen und für Menschen bewohnbaren Park umzugestalten – umsonst“, versprach Bauermeister, die vor allem in den 80er Jahren Garten- und Parkflächen an öffentlichen Gebäuden künstlerisch gestaltete. Noch heute kann man die „schwimmenden Gärten“ auf dem Dach ihres Forsbacher Domizils besichtigen.
Auf der Grünfläche in Forsbach breitet die 79-jährige, international renommierte Künstlerin ihre Arme aus, rupft und kostet den ersten Spitzwegerich und entwickelt spontan Ideen, wie es hier einmal aussehen könnte: „Einen Naturpark kann ich mir vorstellen, mit einer Spirale aus Kräutern – die können alle Besucher genießen.“ Zusammen mit einem Architekten, so ihr Vorschlag, könne sie konkrete Pläne entwerfen. Die Vorstellung, dass auf dem hängigen Gelände ein Feuerwehrhaus gebaut werden könnte, ist ihr ein Greuel: „Um Himmels Willen keine Feuerwehr auf diesem Hügel.“ Es sei eine Schmach, dass am Ehrenmal die Buchen abgeholzt worden seien.
Ingeborg Kelly von der Bürgerinitiative ist begeistert, eine künstlerische Persönlichkeit wie Bauermeister mit im Boot zu haben. Sie ist zuversichtlich, dass das Projekt Feuerwehrhaus im Park nicht mehr verwirklicht wird: „Es ist sehr gut, dass über ein neues Gesamtkonzept für die Feuerwehr nachgedacht wird. Wenn Venauen der Hauptstandort wird, werden alle anderen zu Nebenstandorten. Dann kann die Forsbacher Wehr auch am Halfenhof bleiben und das vorhandene Haus umbauen und modernisieren.“
Inzwischen hat die Bürgerinitiative einen Landschaftsplaner für die Umsetzung der Pläne mit Mary Bauermeister gefunden. „Mitte März wollen wir Genaueres vorstellen“, sagte Kelly. Die Umgestaltung des Parks am Ehrenmal soll jedenfalls nicht so im Sande verlaufen wie 2009/2010 die Gestaltung des Halfenhofs. Auch damals hatte sich Mary Bauermeister bereiterklärt, einen Entwurf für die Neugestaltung des Platzes zu erarbeiten, mit Wasser- und Steinanlagen, Skulpturenpark – ein Kunst-Naturplatz trotz der Parkplätze.
Zu einem Ideenworkshop wollte der damalige Baudezernent Berthold Kalsbach aufrufen, um den Halfenhof im Straßendorf Forsbach zu einem Platz der Gemeinschaft zu entwickeln. Umgesetzt wurden aber lediglich eine kleine Sitz- und Spielfläche am Supermarkt und ein paar Bäume auf dem Parkplatz. Mit der neuen Diskussion über die Nutzung des Platzes greift die Bürgerinitiative den Wunsch vieler Forsbacher nach einem Treffpunkt mit neuen Ideen auf.
