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Offener BücherschrankWo Leseratten sich austauschen

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Der offene Bücherschrank in Rösrath.

Rösrath – „Es gibt immer Gesprächsstoff“, sagt Eva Richter vom städtischen Kulturamt zu den Begegnungen am Offenen Bücherschrank. Seit einem Jahr hat er seinen Platz vor dem Bürgerforum Hoffnungsthal, die Bücherfreunde haben ihn von Anfang an rege genutzt. Doch nun wollen die mittlerweile acht Bücherschrank-Paten den Austausch der Leseratten weiter beleben: Bei einer Bücher-Tauschbörse am Samstag, 9. Juni, von 12 bis 15 Uhr, sollen sich die Bücherfreunde vor dem Bürgerforum Hoffnungsthal begegnen. Die Schrank-Paten wollen dort eine lange Tafel aus Tapeziertischen aufbauen, die Teilnehmer der Börse können dort mitgebrachte Bücher auslegen. Wie bei der Pflanzen-Tauschbörse können sie ihre Bücher verschenken oder tauschen – tabu ist dagegen ein Verkauf.

„Rös-rat(h) liest“ heißt das Motto der Bücherbörse – die Worthälfte „rat“ (auf Englisch: „Ratte“) spielt auf das Treffen von Leseratten an. Eine Ratte mit Brille und Buch ziert auch die Plakate, die für die Veranstaltung werben. Die Besucher können aber nicht nur Bücher austauschen, sondern auch Lesungen hören: Amelie Mäder, Autorin von Pferdegeschichten, liest aus ihren Büchern, Tjark Pogoda vom Jugendparlament trägt Passagen aus einem persönlichen Lieblingsbuch bei und Buchhändler Walter Pees erzählt Märchen. Auch Altbürgermeister Dieter Happ ist am Programm beteiligt, der gelernte Buchbinder berichtet über die Entstehung eines Buchs und bringt auch Anschauungsmaterial mit.

Der Start des Offenen Bücherschranks im Juni 2011 hatte eine lange Vorgeschichte. Ursprünglich war der Schrank eine Telefonzelle, die in Bitterfeld in Sachsen-Anhalt aufgestellt war. Kulturausschuss-Mitglied Robert Scheuermeyer (CDU) ersteigerte sie für die Stadt bei einem Internet-Auktionshaus. Es folgten Transport und Neugestaltung. Dunkelblau lackiert und weiß beschriftet, hat der Bücherschrank ein einzigartiges und überzeugendes Design erhalten. Er ist 24 Stunden geöffnet, jeder kann Bücher hineinstellen oder herausnehmen, sie behalten oder wieder zurückbringen. Das läuft kostenlos und ohne Ausweis.