Abo

RösrathSo war die Stimmung beim 67. Sülz-Kanu-Abfahrtsrennen

3 min
Eine Gruppe Kanufahrer steht am Ufer bei ihren Kanus und macht sich bereit.

Ganz schön was los war beim 67. Sülz-Kanu-Abfahrtsrennen in Rösrath dieses Jahr.

Das 67. Sülz-Kanu-Abfahrtsrennen startet bei Frühlingstemperaturen und guter Stimmung.

Von der Rösrather Kirche führt eine schmale Straße direkt zur Sülz, wo vor der Brücke der Campingplatz in der Ortslage Hahnental liegt. An diesem Wochenende fand dort das 67. Sülz-Kanu-Abfahrtsrennen statt, ein familiäres Event der „Kanu-Sportfreunde Köln e.V.“ (KSK). Schon am Samstagvormittag, vor dem Start des Sprints, war das „Fahrerlager“ auf dem Campingplatz gut besucht.

Die Boote lagen dicht an dicht, überwiegend Abfahrtskajaks, erkennbar an ihren schlanken Bugformen. Einige Allroundboote mischten sich darunter, mit flachen und leicht abgerundeten Bugspitzen. Anfänger fühlen sich in den schmalen Rennkajaks oft etwas unsicher. „Das Kajak-Rennen auf der Sülz ist für manche ihr erstes Kajakrennen überhaupt“, erklärt Detlef Bong, der zusammen mit Heinz Straetmanns den Start des Rennens organisiert.

Günstiger Wasserstand dieses Jahr

Wie auf Kommando unterhalten sich zwei Sportler, bereits mit Spritzdecken ausgestattet und das Kajak in der Hand: „Das ist mein erstes Rennen, ich bin schon ganz gespannt“, sagt einer von ihnen. „Wird schon“, beruhigt ihn der Erfahrenere. Die Gruppe hatte bereits am letzten Wochenende die Sülz befahren, um den derzeit günstigen Wasserstand zu nutzen. „Im letzten Jahr hatten wir zehn Zentimeter weniger“, erinnert sich Heinz Straetmanns. „Heute sind die Bedingungen viel besser.“ Zumal die Sonne scheint.

Zuerst starten die Jüngsten, die unter neun Jahre alt sind. Ein erfahrener Kajakfahrer begleitet sie vor dem Start im Wasser. „Noch zehn Minuten bis zum ersten Start“, ruft Detlef Bong in sein Megafon. Die letzten steigen in ihre Boote. Die Sülz ist übersät mit kleinen Booten, ein buntes Bild. Der Ablauf: Bong ruft den Starter auf, der sich vor die aufgebaute Lichtschranke begibt, ohne loszufahren.

Man sieht ein Mädchen in einem Kanu in der Sülz beim Paddeln.

Nicht nur Kraft braucht es beim Kanufahren, auch die Taktik muss stimmen.

Dann zählt Straetmanns: „Fünf, vier, drei, zwei, eins“ – Paddel ins Wasser und los geht es. Die Zeit zählt, sobald die Paddlerin oder der Paddler die Lichtschranke passiert hat. Unter der Brücke, nach 400 Metern, liegt das Ziel, markiert durch eine weitere Lichtschranke. Die Zeit wird genommen. Alle 30 Sekunden startet der nächste Teilnehmer.

Beim Sprintrennen benötigen die Sportler zwischen 58 und knapp 120 Sekunden für die 400 Meter. Nicht nur Kraft ist entscheidend, sondern auch, wie gut die Fahrer und Fahrerinnen den Fluss „lesen“. Gerät man zu weit ans Ufer, muss man eine kleine Gegenströmung, die Neerströmung, überwinden, die durch kleine Buchten oder Hindernisse erzeugt wird. Schnell ist man, wenn man konsequent im schneller fließenden Wasser bleibt. Das ist nicht ganz einfach. Besonders wenn es länger wird. Am Sonntag geht die Strecke des Rennens bis zum Krevelshof. Vertreten sind übrigens nicht nur Kajaks, sondern auch Kanadier, die mit nur einem Stechpaddel gefahren werden. Auch ein Zweierkanadier, eine sehr seltene Spezies, wurde im Wasser gesichtet.

Die Stimmung am Wochenende war hervorragend. Der selbstgebackene Kuchen und die Pommes schmeckten köstlich. Im Pop-Up-Geschäft konnte man fehlende Ausrüstung ergänzen. Vor allem: Die Sonne schien, und mittags gab es schon frühlingshafte Temperaturen. Manche berichteten von gruseligen Bedingungen: Kajakfahren bei Schneefall und Temperaturen nahe Null.