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Unwetter in Rösrath 17 Zentimeter dicke Schlammschicht

Mit Schaufelarbeit beseitigt Detlev Bockhoff den vom übergelaufenen Siefen angeschwemmten Schlamm.

Mit Schaufelarbeit beseitigt Detlev Bockhoff den vom übergelaufenen Siefen angeschwemmten Schlamm.

Rösrath – Mehr als eine Woche liegt der katastrophale Starkregen mit überfluteten Straßen und Kellern zurück, doch einige Betroffene sind noch immer mit den Folgen beschäftigt. Neben Hoffnungsthal war Rambrücken besonders stark betroffen. Die beiden Bäche, Siefen und Gammersbach, waren dort die neuralgischen Punkte. Sie traten über ihre Ufer.

Detlev Bockhoff wohnt in der Straße Siefen – am tiefsten Punkt, nahe der Sülztalstraße, liegt die Garage des Hauses. Die drei Stellplätze, für Bockhoff und seine Mieter, wurden an dem Katastrophentag überschwemmt: Das Wasser des Siefens floss über die Straße und von dort in die tiefer liegende Garage. Bockhoff nahm Maß: Zunächst stand das Wasser 93 Zentimeter hoch, nach dem Abpumpen durch die Feuerwehr blieb eine 17 Zentimeter dicke Schlammschicht. Mit Trecker und Schaufelarbeit hat er zwei Garagen wieder freigearbeitet, die dritte steht noch an.

Während des Starkregens war Bockhoff an seinem Arbeitsplatz in Köln, bei der Rückkehr sah er Polizei und Feuerwehr in Aktion, seine Winterreifen schwammen auf dem Wasser. Zwei Autos soffen ab, der Traktor blieb funktionsfähig, weil die Batterie knapp über der Wasserkante lag. Vom Sonnenschirm bis zum Rasenmäher reicht die Liste der Gegenstände, die den Wassermassen zum Opfer fielen. „Das bezahlt keine Versicherung“, sagt Bockhoff. Wie hoch der Schaden ist, kann er nicht überblicken. Ihm bleibt nur Humor: „Es hätte noch schlimmer kommen können.“ Doch sieht er auch Handlungsbedarf beim Aggerverband: Dieser müsse dafür sorgen, dass Grünschnitt und Gartenabfälle nicht in den Bach gekippt würden – der Wasserlauf werde so verstopft, das trage zum Überlaufen bei.

In der Straße Kirschheiderbroich, nicht weit vom Gammersbach, leben Helene und Horst Kuhne. „Unser Haus war eine Insel“, berichtet Helene Kuhne. Im Nachbarhaus habe das Wasser des übergelaufenen Bachs 80 Zentimeter hoch im Keller gestanden, mit viel Glück blieb der Keller der Kuhnes verschont. Doch sie arbeiteten tagelang mit Gartenschlauch und Rechen, um im Garten das Pflaster und den Rasen vom Schlamm zu befreien.