VerfallHaus Bergesruh steht vor dem Abbruch

Das Haus Bergesruh steht schon lange leer, seitdem die früheren Pizzeria-Pächter umgezogen sind.
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Rösrath. Das Internet vergisst tatsächlich nichts: Wer das Stichwort „Haus Bergesruh, Rösrath“ eingibt, erhält mehrere Treffer, die auf eine Pizzeria verweisen. Doch gegessen, getrunken, gefeiert wird in dem Haus im beschaulichen Rösrather Ortsteil Lüghausen schon seit Jahren nicht mehr.
Auf der Hoffläche vor dem Eingang wächst Grün, die hölzernen Schlagläden des Fachwerkhauses sind seit langem geschlossen, seit die Familie, die das Restaurant über viele Jahre gepachtet hatte und hier Gäste bewirtete, sich ein neues Objekt suchte. Und jetzt droht der Abriss des Hauses. Der Geschichtsverein Rösrath strebt dagegen an, dass das einst schmucke Anwesen auf die städtische Denkmalliste kommt. In den jüngsten Vereinsmitteilungen „Näel met Köpp“ heißt es, es solle in die Liste eingetragen werden.
Lange ein Dorfmittelpunkt
Mit der Mitteilung sucht zugleich der ehrenamtliche Denkmalschutzbeauftragte der Stadt, Nikolaus Sturm, nach weiteren Informationen, alten Fotos und „Geschichten rund um das Objekt“. Sturm hat das Haus zuletzt vor ein paar Tagen bei prächtigem Sonnenschein von außen fotografiert. „Das Haus war lange ein Dorfmittelpunkt“, sagt er. Er würde den Erhalt befürworten.
Nur liegt die Entscheidung darüber natürlich nicht bei ihm. „Eine gute Lösung wäre es, wenn sich ein Liebhaber fände“, sagt Sturm. Der möge doch das Äußere des Hauses erhalten, auch wenn es künftig als Wohnhaus dienen sollte. Und aus seiner Sicht erhaltenswert sei zudem nur der mittlere, alte Teil. Die Anbauten links und rechts des „Kernhauses“ sieht auch der Rösrather Denkmalschutzbeauftragte nicht als unbedingt erhaltenswert an. Zumal das Haus im Inneren das Haus in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder neu gestaltet worden ist. Es wurde den Gegebenheiten angepasst, gerade in der Küche oder im Gastraum. Der heutige Besitzer Rolf Ruhe, der das Haus im Jahr 2000 übernommen hat, sieht aber keine Chance, „Haus Bergesruh“ als Denkmal zu erhalten. „Es ist nicht denkmalwürdig“, sagt er. Er habe das Haus nach dem Weggang des bislang letzten Pächters über längere Zeit immer wieder angeboten, sowohl als Gasthaus oder auch für einen Umbau. „Und ich habe es bestimmt nicht überteuert angeboten“, sagt Ruhe. Doch es habe sich weder in der Nachbarschaft noch überregional ein Interessent gefunden, der einen Erhalt des Hauses hätte finanzieren können. „Es ist wirtschaftlich einfach nicht darstellbar“, betont Ruhe.
Wer das Haus neu als Gaststätte betreiben wollte, müsste ziemlich viele neue Bestimmungen – etwa im Brandschutz – einhalten, entsprechend teure Investitionen tätigen. Doch weder dafür noch für einen Erhalt zumindest des äußeren Fachwerks, um es im Innern zum Wohnhaus umzugestalten, fand sich ein Interessent. Ruhe hat dagegen nach eigener Aussage konkrete Angebote von Interessenten, die auf dem Grundstück „etwas Neues“ bauen wollen. Dafür allerdings muss „Haus Bergesruh“ weichen, abgerissen werden. Die Erlaubnis zum Abriss wird Besitzer Rolf Ruhe jetzt bei der Rösrather Stadtverwaltung dieser Tage beantragen, kündigt er an.
