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Wissenswertes über die "Kleine Großstadt"Bergisch Gladbach in Zahlen

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Rathaus in Bergisch Gladbach

Bergisch Gladbach – Die offizielle Amtsbezeichnung lautet: „Kleine Großstadt“. Wenn es diesen Titel nicht auch für Kommunen wie Herne, Offenbach und Trier geben würde, hätte er für Bergisch Gladbach erfunden werden müssen: mehr als 100.000 Einwohner, aber irgendwie doch keine Metropole.

Was aber nicht heißt, dass die Stadt nichts zu bieten hätte. Zahlen über und aus Bergisch Gladbach gibt es zuhauf. Diese Zeitung hat einmal ungewöhnliche Werte zusammengetragen und stellt diese heute vor. In den kommenden Wochen werden wir dies auch für die anderen Kommunen im Rheinisch-Bergischen Kreis machen.

Überdurchschnittlich viel Wald

Außergewöhnlich für eine Großstadt ist zum Beispiel, dass 38,5 Prozent des Stadtgebiets von Bergisch Gladbach Waldfläche sind. Andere Städte dieser Größenordnung kommen da nur auf durchschnittlich 19,4 Prozent. Aus dem Rahmen fällt die Strundestadt auch bei der Bevölkerungsstruktur.

Es gibt hier mehr junge (bis 18), aber auch mehr alte (ab 65) Menschen als im Landesdurchschnitt. Der Mittelbau – insbesondere die Personen im Alter von 18 bis 50 Jahren – sind in Bergisch Gladbach unterrepräsentiert, warum auch immer.

Großer Höhenunterschied

Bemerkenswert ist auch, dass man innerhalb der Stadtgrenzen von Bergisch Gladbach einen Höhenunterschied von 216 Metern erleben kann.

Der tiefste Punkt liegt am Regenrückhaltebecken Diepeschrath (51 Meter über NN) und der höchste in der Gemarkung Dreispringen bei Bärbroich, wo man auf 267 Metern einen schönen Blick hat. Dreispringen besteht übrigens aus den Weilern Oberdreispringen und Unterdreispringen.

Hier entspringen drei Quellen (daher der Name), die sich wenig später zu einem Bach vereinigen. Dieser mündet in den Kotzbach. Dessen Name vermittelt allerdings einen ziemlich falschen Eindruck – besonders in Bezug auf die landschaftliche Schönheit dieses Gebietes.

Weiter unten im Tal röhrt derweil der Individualverkehr. Fast 70.000 Kraftfahrzeuge sind auf die rund 110.000 Bergisch Gladbacher Bürger zugelassen. An manchen Tagen hat man den Eindruck, dass alle gleichzeitig unterwegs sind. Und man selbst steckt mittendrin. Da wär’ man dann doch lieber in den 38,5 Prozent Waldfläche.

Weitere verblüffende Fakten über Bergisch Gladbach, lesen Sie im nächsten Abschnitt.

57.070 Einwohner der Stadt sind Frauen, da bleibt für 52355 Männer (Stand 2013) rein rechnerisch mehr als eine.

26.073 Bergisch Gladbacher sind älter als 65 Jahre, damit ist dies die mit Abstand größte Bevölkerungsgruppe in der Stadt.

29.472 Euro betrug im Jahr 2012 das durchschnittliche Einkommen eines in Bergisch Gladbach wohnhaften Arbeitnehmers. Damit lag er weit über dem Vergleichswert des Landes NRW (24197 Euro).

120 Meter misst der Schornstein des Mineralwolle-Herstellers Saint-Gobain. In Ermangelung eines eigenen Doms ist er damit das höchste Bauwerk in der Stadt.

6 Millionen Kubikmeter Trinkwasser verbrauchen die Einwohner pro Jahr. Zum Vergleich: Der Gesamtspeicherraum der Großen Dhünntalsperre, die allerdings nicht das Stadtgebiet versorgt, beträgt 81 Millionen Kubikmeter.

1284 Betten beziehungsweise Plätze gibt es in Krankenhäusern oder Kliniken im Stadtgebiet. Die größte Einrichtung ist das Evangelische Krankenhaus (370 Betten).

0,5 Prozent des Stadtgebietes sind Wasserfläche – das ist ungewöhnlich wenig, wo es doch hier angeblich so viel regnet.

160 Unfälle mit Personenschäden hat es auf den Landesstraßen im Stadtgebiet gegeben. Auf Autobahnen waren es nur 11 und auf Bundesstraßen 14.

405 Männer und Frauen sind blind oder stark sehbehindert.

41 Jungen und Mädchen haben im Jahr 2013 die Schule ohne einen Abschluss verlassen.

552 Pkw kommen auf tausend Einwohner – einer der höchsten Werte in NRW, was die Pendler jeden Tag leidvoll zu spüren bekommen.

10 Städtepartnerschaften oder -freundschaften pflegt die Stadt. Die Partner sitzen in: Frankreich (2), Großbritannien (2), Zypern, Litauen, Polen, Niederlande, Palästina und Israel. Da sind die Partnerschaftsgremien viel unterwegs.

27 Prozent der Bergisch Gladbacher rauchen – und 73 Prozent lassen es sein.

9 Betriebe verdienen in der ehemaligen Papierstadt ihr Geld mit dem Bau von Maschinen. Mit der Herstellung von Papier oder Pappe sind nur noch vier Firmen beschäftigt.

91 Prozent des Lehrpersonals in den 20 Grundschulen sind Frauen. Etwas mehr Männer gibt es in den anderen Schulformen – aber nirgendwo mehr als Frauen.

207 Fehlalarme sind innerhalb eines Jahres bei der Feuerwehr eingegangen. Wer dabei mutwillig handelt, macht sich strafbar.

29 Jahre lang hat August Clostermann (von 1863 bis 1892) der Stadt als Bürgermeister gedient. Er ist damit der Amtsträger mit der längsten Dienstzeit (gerechnet ab 1808). Nach ihm ist eine kleine Straße im Stadtteil Hand benannt.