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Start in Bergisch GladbachWanderer aus ganz Deutschland bei „Bergische 50“

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Andrang auf dem Konrad-Adenauer-Platz: Organisatorin Anna Malorny-Hey gibt den Startschuss für die „Bergische 50“.

Andrang auf dem Konrad-Adenauer-Platz: Organisatorin Anna Malorny-Hey gibt den Startschuss für die „Bergische 50“.

Rhein-Berg – Sonntagmorgen, halb acht. Markus Kerckhoff sucht auf dem Gladbacher Konrad-Adenauer-Platz seine Briefzustellerin. Er hat sich mit ihr verabredet, um in zwölf Stunden 50 Kilometer durchs Bergische zu wandern. Schließlich ist die Postbotin schon von Berufs wegen gut zu Fuß. So wie die beiden hatten sich gestern mehr als 1000 Wanderer aus ganz Deutschland für die neue Wanderveranstaltung Bergische 50 angemeldet. Bis aus Berlin, Hamburg und Karlsruhe sind die Wanderer angereist, die sich am Morgen ab 5.45 Uhr bei Hilde Becker, Ursula Wölwer und ihren Mitstreitern im Foyer des Bergischen Löwen angemeldet und dafür Karte, Wanderpass und eine kleine Ausrüstung erhalten haben. Mit am Start ist auch Herausgeberin Isabella Neven DuMont. „Ich freue mich aufs Bergische“, sagt sie. „Mal gucken, wie weit ich es schaffe, es geht ja nicht um einen Wettkampf, sondern um den Spaß am Wandern.“

Den sucht auch der Teilnehmer mit der Startnummer 1: Wanderbuchautor Manuel Andrack. „Ich bin heute ganz entspannt. Mal gucken, vielleicht kann man ja bei dem Wetter schon nach 35 Kilometer den ersten Biergarten ansteuern.“ Moderator Ferdinand Linzenich lächelt. Er weiß: Es soll noch heißer werden. Und die 50-Kilometer-Strecke durchs Bergische hat’s in sich: 1800 Höhenmeter, verrät Organisatorin Anna Malorny-Hey, bevor sie die Startpistole hebt. In mehreren Blöcken werden die Wanderer auf die Strecke geschickt. Vorweg tritt Ralf Bruns in die E-Bike-Pedale. Der Diplom-Sportlehrer und Kürtener Fitness-Studioinhaber ist mit Satellitennavigation und -sender ausgerüstet. So wissen die Organisatoren, wo sich die Spitze des Feldes befindet.

Erster Berg noch im Stadtzentrum

Der erste Berg ist der Quirlsberg noch im Stadtzentrum. Auch die Gladbacher Prinzengardisten Michael Lübbers, Uli Menck, Hermann Walter Schmidt und sein Sohn Jörg Schmidt sind gut losgekommen. Wann’s für sie haklig werden könnte? „Ab Bensberg“, juxt Schmidt junior und verschwindet in Richtung Hardt. Während sich Vize-Bürgermeister Josef Willnecker noch freut, dass so viele Wanderer am Start sind, läuft mit Frank Linnenbrink der letzte Wanderer vom Platz. In einer Staffel mit Johannes Linzenich, Heike Liebermann und Sabine Theegarten ist der Gladbacher für den guten Zweck unterwegs, sammelt Spenden für das Kinderferienprogramm des Vereins „Wir für Bergisch Gladbach“.

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Die Passage entlang der Straße durch Moitzfeld dämpft die Begeisterung der Wanderer etwas, dann jedoch geht’s ins landschaftlich reizvolle Volbachtal. Hinter Herkenrath ist Staffel-Wechsel. Im Dreier-Team der Naturarena löst der Geschäftsführer Mathias Derlin seinen Vize David Bosbach ab.

Entspannter Einsatzleiter

Gegen 11 Uhr brennt die Sonne vom Himmel. DRK-Einsatzleiter Detlef Werner bleibt dennoch entspannt. Während der erste Läufer den Fan-Punkt im Hochseilgarten K1 bei Odenthal-Eikamp ansteuert, bekommt Ralf Breuer beim Nudelessen in der Kürtener Sülztalhalle Besuch von der Familie. Von der Route ist er angetan. „Obwohl wir von hier sind, habe ich einige Ecken gesehen, die ich nicht kannte.“ Mathias Derlin, der den Staffelstab an Maren Pussak weitergegeben hat, berichtet begeistert von Duschen, die Anwohner am Wegesrand aufgestellt haben.

Claudia Degen aus Vilkerath, Wolfgang Reusch aus Schildgen und Torben Braun aus Karlsruhe sind bereits um 12.30 Uhr wieder am Ziel. Nach 21 Kilometern haben sie in Kürten-Eichhof eines der Shuttle-Fahrzeuge bestellt. Die Hitze war einfach zu hart. Aber: „Eine traumhafte Strecke“, schwärmt Claudia Degen und will ebenso wie die beiden anderen im nächsten Jahr wieder mitwandern.

Nach sechs Stunden und 41 Minuten laufen die ersten Teilnehmer ins Ziel: Jürgen Launert (53) aus Kürten und Christopher Hund (33) aus Gummersbach sind überglücklich – und begeistert von der guten Organisation. „Gut, es hätten gerne zehn Grad weniger sein können“, sagt Hund. „Selbst über ein bisschen Regen hätten wir nicht geschimpft.“ Vielleicht im nächsten Jahr, sagt Anna Malorny-Hey. Schließlich hat ihr Familienunternehmen eine Fortsetzung fest auf dem Plan.

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