Blumen und Kerzen wurden an dem Ort aufgestellt, an dem ein 23-Jähriger starb und eine 22-Jährige schwer verletzt wurde.
GedenkenBetroffenheit und Trauer in Bedburg nach dem tödlichen Unfall

Blumen und Kerzen sind an der Unfallstelle aufgestellt und niederlegt - viele Menschen trauern um das Unfallopfer.
Copyright: Margret Klose
Eine traurige Stille lag trotz des herrlichen Sonnenwetters am Samstagvormittag (9. Mai) über der Unfallstelle an der L 179 zwischen Pütz und Kirchherten. Zwei Tage zuvor war dort bei einem Unfall ein 23-jähriger Autofahrer ums Leben gekommen. Eine 22-jährige Frau erlitt bei dem Unfall lebensgefährliche Verletzungen und kämpft seitdem im Klinikum Aachen um ihr Leben.
Bedburg: Viele weiße Grablichter brennen am Unfallort
„Ruhe in Frieden 07.05.2026“, steht auf dem großen an der Unfallstelle aufgestellten Windlicht. Drumherum liegen Blumen. Viele weiße Grablichter brennen fast genau dort, wo das Fahrzeug des 23-Jährigen nach dem heftigen Zusammenstoß hingeschleudert worden war. Die Reifen haben tiefe Spuren im Gras hinterlassen. Im Grünstreifen neben der Landesstraße liegen verteilt über mehrere Meter immer noch Fahrzeugteile und Glassplitter seines schwarzen Mazdas.
Aktuell geht die Polizei davon aus, dass der 23-Jährige von der L 48 auf die L 279 abbiegen wollte. Noch im Einmündungsbereich kam es dann zu dem Zusammenstoß mit dem Fahrzeug der 22-Jährigen, die auf der L 279 in Fahrtrichtung Kirchherten fuhr. „Wie konnte das passieren“, fragte ein Spaziergänger. „Hier wird eigentlich nicht gerast“, merkte ein anderer Spaziergänger an, der am Samstagvormittag dort mit seinem Hund unterwegs war. Er habe zunächst gedacht, dass vielleicht die tiefstehende Sonne geblendet haben könnte – aber wohl nicht um 16.30 Uhr am Nachmittag“, meinte er.

Der Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge muss sehr heftig gewesen sein. Die Fahrzeuge wurden dabei völlig zerstört.
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Immer wieder hielten am Vormittag Autofahrer an – parkten ihren Wagen in der Nähe und gingen über den Grünstreifen zu der Unfallstelle. Eine Frau sagte, sie kenne den Verstorbenen nicht – ihr sei es trotzdem wichtig, eine Kerze dort anzuzünden. Auch Freunde und Angehörige besuchten die Unfallstelle. Sie weinten und hielten sich in den Armen. Keiner wollte etwas sagen. Einige gingen die komplette Unfallstrecke ab. Ungläubig schüttelte ein älterer Mann den Kopf. „Hier ist die Sicht doch gut – warum haben sie einander nicht gesehen?“
Die Zeichen und Zahlen auf der Fahrbahn wirken wie eine Mahnung
Am Samstag fuhren die meisten mit reduziertem Tempo an der Unfallstelle vorbei – Autofahrer, Motorradfahrer und Radfahrer. Einige drosselten merklich die Geschwindigkeit, als sie die Menschen am Fahrbahnrand und auf dem Grünstreifen bemerkten.
Auch im Ort Kirchherten war der Unfall am Samstag weiter Thema. „Ich habe davon gehört – so junge Leute – schrecklich“, sagte eine Kundin im Supermarkt. „Hoffentlich schafft es jetzt die junge Frau – wir beten für sie“, meinte eine ältere Dame auf der Straße im Ort.
Die Zeichen und Zahlen am Unfallort auf der Fahrbahn wirkten am Samstag noch wie eine Mahnung. Immer noch waren sie deutlich zu sehen. Um den genauen Hergang rekonstruieren zu können, hatte das Verkehrsunfallaufnahmeteam alle durch den Unfall entstandenen Veränderungen auf der Fahrbahn und am Rand mit Sprühkreide markiert – auch an der Hecke, an der der Mazda nach dem Zusammenstoß zum Stehen gekommen war.

Immer noch sind die Markierungen, die die Polizei für ihre Unfallaufnahme auf die Straße gesprüht hat, deutlich zu sehen.
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Eine wichtige Aufgabe der Ermittlungsarbeit ist es laut Polizei, die Geschwindigkeit zu ermitteln und zu berechnen, bei der sich der Zusammenstoß ereignet hat. Mehrere Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr waren am Donnerstagnachmittag zur Unfallstelle gefahren und bis in die Nacht hinein geblieben – darunter auch der Chef der Feuerwehr, Guido Garbe, und sein Stellvertreter David Kunze.
„Als die Polizei ihre Arbeit beendet hatte, haben unsere erfahrenden Feuerwehrleute den jungen Mann aus dem Wrack seines Wagens geholt“, berichtete Guido Garbe. Es war längst dunkel, als die Polizei die Straße gegen 22.30 Uhr wieder für den Verkehr freigab und die Feuerwehrleute zurück zur Wache fuhren.
