Angeschlagener Baum in OberaußemGrass-Kastanie auf Friedhofshügel erhält letzte Chance

Lesezeit 2 Minuten

Bergheim-Oberaußem – Die Grass-Kastanie auf dem Friedhofshügel in Oberaußem erhält die letzte Chance. Der gesundheitlich schwer angeschlagene Baum wird im Frühjahr stark zurückgeschnitten und damit sein markantes Aussehen verlieren. Die Hoffnung von Baumgutachtern und Fachleuten in der Stadtverwaltung: Der Baum, unter dem schon Literaturnobelpreisträger Günter Grass oder Boxweltmeister Max Schmeling gesessen haben sollen, könne an den Schnittstellen neu austreiben und so hoffentlich überleben. Doch besteht auch die große Gefahr, dass der imposante Baum den schweren Eingriff nicht überlebt.

Vor drei Jahren attestierten zwei Baumgutachter der Kastanie einen schlechten Zustand. Ein Bakterium und ein Schädling machten dem Baum, wie vielen anderen Kastanien im Land auch, arg zu schaffen. Weil er als bedeutend und geschichtsträchtig gilt, sollte er gerettet werden. Nebeneingang, Treppe zum Friedhof und Aussichtspunkt wurden wegen der Gefahr von Astbrüchen gesperrt, und das Oberaußemer Stadtteilforum nahm sich der Kastanie an. Sie wurde getränkt und mit Mikroorganismen behandelt, Pheromonfallen fingen Ungeziefer ein, Helfer sammelten im Herbst Laub, um Schädlinge zu beseitigen.

„Der Gesundheitszustand hat sich seitdem nicht mehr gravierend verschlechtert, aber die erhofften vitalen Neuaustriebe blieb der Baum schuldig“, teilt nun Andreas Beyerle von der Bergheimer Stadtverwaltung mit. Nun bereitet der Stadt Probleme, dass sich der gesperrte Bereich um die Kastanie zu einem beliebten Treffpunkt junger Leute entwickelt hat und sich auch die Helfer des Stadtteilforums immer wieder unter den „ausladenden Gefahrenästen“ aufhalten. Auch der beliebte Treppenaufgang solle endlich wieder geöffnet werden. Bei einem runden Tisch sei daher nun die Entscheidung für den drastischen Rückschnitt gefallen.

Nachtmodus
KStA abonnieren