Das „Tonie-Projekt“ des Fördervereins der Brühler Stadtbibliothek soll über Hörbücher Kultur und Geschichte für Senioren neu erlebbar machen.
Geschichten aus der BoxDas steckt hinter dem „Tonie-Projekt“ in Brühl

Ein tolles Team – gemeinsam hat der Förderverein „bib friends“ mit der Stadtbibliothek und der Kultur- und Umweltstiftung der Kreissparkasse das Projekt für Senioren gewuppt.
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Die Bedienung ist denkbar einfach. Man nehme eine Tonie-Box und dazu die kleinen Tonies. Auf ihnen sind die Texte gespeichert. Jede Farbe steht für ein anderes Thema. Es gibt den Brühl-Tonie, den Jahreszeiten-Tonie, den Plauder-Tonie und den Poesie-Tonie. Um sie zu hören muss die Box nur eingeschaltet und der gewünschte Tonie oben draufgesetzt werden.
„Einfach großartig“, lobte auch Bürgermeister Dr. Marc Prokop, als er am Donnerstagvormittag in der Stadtbibliothek in Brühl das Projekt vorstellte und einen Tonie in Gang setzen durfte. „Gesprochen von Vivien Jansen“, war im nächsten Moment zu hören. Und dann: „Als von Brühl noch keine Spur, waren Römer hier auf Tour, sie fanden diesen Platz sehr schön. Beweise sind noch heut zu sehen“. Jansens Stimme klang ruhig, deutlich und betont und lud geradewegs dazu ein, abzutauchen und sich ganz und gar auf das Gedicht zu konzentrieren.
Aufgenommen wurden die Geschichten im Brühler Cultra
„Was sie gerade gehört haben, ist kein professionelles Hörbuch – es ist eine echte Geschichte. Erzählt von echten Menschen. Aufgenommen in Brühl im Cultra“, erklärte schließlich der Vorsitzende des Fördervereins der Stadtbibliothek „bib friends“, Julian Beywl. Menschen eine Stimme gebenIhm und seinen Vorstandskollegen war die Freude richtig anzusehen. Nach Wochen der Planung und der Vorpremiere Ende Februar, war nun endlich der Tag gekommen, an dem sie das in Kooperation mit der Stadtbibliothek entwickelte Projekt vorstellen konnten.
Beywl erklärte auch, was es damit auf sich hat. „Das Tonie-Projekt gibt Menschen eine Stimme“, sagte er. Der Titel: „Geschichten die verbinden – Kultur für Senioren neu erleben“, sei dabei auch wörtlich gemeint. Tatsächlich ist die Zielgruppe eher die ältere Generation. Sie hätten sogar ihre ganz persönlichen Geschichten auf den Kreativ-Tonies hörbar gemacht. „Es sind Geschichten die Brücken bauen zwischen Generationen und zwischen gestern und heute“, so Beywl. Allen Anwesenden legte er auch ans Herz, den Förderverein weiterhin gut zu unterstützen. Mitglieder und Förderer seien immer willkommen.
In diesem Zusammenhang dankte er auch der Kreissparkasse die das Projekt mit 1500 Euro finanziell auf sichere Beine gestellt hat. So war es auch möglich, die ausgebildete Sprecherin Eva Osinski nach Brühl zu holen. Sie hatte ein Tonie-Projekt für Senioren in Lüdinghausen mit ins Leben gerufen. Bei einer Regionalkonferenz lernte die stellvertretende Leiterin der Bibliothek Petra Schauster-Göbel das Projekt kennen. „Ich war vom Fleck weg begeistert“, erzählte sie. Und riesig habe sie sich gefreut, als sich der Förderverein „bib friends“ gegründet hatte und sie damit direkt auch einen starken Partner an der Seite hatten.
Der Aufruf in der Bevölkerung für Geschichten lief bereits auf Hochtouren als Stadtarchivarin Vivien Jansen einen wahren Schatz dort aushob: Eine größere Sammlung von Texten und Gedichten der im Rhein-Erft-Kreis sehr bekannten Autorin und Lyrikerin Maria Maltry. Jansen zählte später dann auch zu den insgesamt rund 30 ehrenamtlichen Sprechern, die die vier Kreativ-Tonies mit Texten und Gedichten gefüllt haben. Zwei Tonie-Boxen mit zunächst jeweils vier Tonies werden zunächst an zwei Brühler Senioreneinrichtungen ausgeliehen. Ein drittes Set bleibt zur Ausleihe in der Bibliothek. Passend zum Projekt liegen im Rathaus und in der Stadtbibliothek auch Flyer aus.

