Abo

Millionen-ProjektEisenwerk Brühl baut eine der größten Photovoltaikanlagen des Kreises

2 min
Zu sehen ist der Parkplatz des Brühler Eisenwerks.

Auf einem Teil des Unternehmensparkplatzes lässt das Eisenwerk Brühl eine große PV-Anlage bauen.

Für mehr als vier Millionen Euro werden Solarmodule aufgestellt, der erzeugte Strom wird ausschließlich im Werk verbraucht.

Es wird die größte Photovoltaikanlage der Stadt und eine der größten des Rhein-Erft-Kreises: Auf einem Teil des Unternehmens-Parkplatzes sowie einst als Erweiterungsfläche angedachten angrenzenden Äckern lässt das Brühler Eisenwerk Solarmodule installieren, um umweltschonend Strom zu erzeugen. Fünf Hektar soll die Sieben-Megawatt-Anlage insgesamt umfassen. „Damit können wir in Zukunft unseren Stromverbrauch zu sieben bis acht Prozent decken“, erklärt Matthias Pampus-Meder, Mitglied der Geschäftsführung des Eisenwerks.

Auch wenn beim Gießen der Motorblöcke in dem größten Brühler Industriebetrieb ebenfalls Gas und Kohle eingesetzt werden, ist der Verbrauch von elektrischer Energie enorm. 135 Gigawatt hat der Automobilzulieferer 2024 benötigt. „Und im Jahr 2025 wird es ähnlich gewesen sein“, so 62-Jährige.

Erzeugter Strom wird nicht ins öffentliche Netz abgegeben

Weil elektrisch betriebene Warmhalteöfen und Vergießöfen durchweg laufen, wird beständig Strom benötigt. Ins öffentliche Netz wird daher kein Strom abgegeben, sondern die gesamte Ausbeute der künftigen Anlage selbst verbraucht. Wenn letzte Genehmigungen vorliegen, soll gebaut werden. Die Verantwortlichen rechnen damit, Mitte Februar den Startschuss geben zu können.

„Der Parkplatz ist für die heutige Belegschaft überdimensioniert, lag also zum Teil brach“, so Pampus-Meder, der eine Investition in Höhe von 4,2 Millionen Euro ankündigt. Man setzte „einen weiteren strategischen Meilenstein für die langfristige Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Für ein energieintensives Industrieunternehmen in Deutschland sei eine planbare,  wirtschaftliche und zunehmend unabhängige Energieversorgung entscheidend, um weiterhin im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.

„Die geplante PV-Anlage ist daher weit mehr als ein Umweltprojekt. Sie bildet einen weiteren Baustein der Unternehmensstrategie, mit dem das Eisenwerk seine langfristigen Energiekosten stabilisieren und sich gegenüber volatilen Strompreisen sowie geopolitischen Risiken widerstandsfähiger aufstellen möchte“, teilt das Unternehmen mit.

Für die Kunden in aller Welt schaffe man zusätzliche Stabilität entlang deren Lieferkette. Gleichwohl sei die Verringerung der CO₂-Emissionen ein Ziel und füge sich in die umfassende Nachhaltigkeitsstrategie des Eisenwerks ein. Bis 2028 wolle insgesamt über 52 Millionen Euro in neue Umwelttechnologien investieren. Dazu gehört auch eine moderne Abgasreinigung. Laut Eisenwerk ist die Investition ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland und zur Sicherung industrieller Wertschöpfung in der Region.