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Stadt stellte Planungen vorPingsdorfer Straße in Brühl wird zwei Jahre lang saniert

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Die Pingsdorfer Straße in Brühl wird neu gestaltet.

So soll es nicht bleiben. Die Pingsdorfer Straße in Brühl wird neu gestaltet.

Auf den rund 750 Metern zwischen Römerstraße und Liblarer Straße sollen mehr Flair, Aufenthaltsqualität und Sicherheit entstehen.

Einen ersten Eindruck, wie die Pingsdorfer Straße in Zukunft aussehen könnte, verschafften sich die Bürger am Dienstagabend (6. Juni) im Clemens-August-Forum. Die Verwaltung hatte zu Information und Austausch eingeladen. Rund 60 Bürger, überwiegend Anwohner, waren gekommen.

Verkehrsplanerin Ulrike Ewen stellte zwei Varianten vor. Übergeordnetes Ziel sei es, der Straße auf den rund 750 Metern zwischen Römerstraße und Liblarer Straße mehr Flair, Aufenthaltsqualität und Sicherheit zu verschaffen – und dabei die Leistungsfähigkeit für den motorisierten Verkehr zu erhalten, betonte sie.

Beide Varianten sehen mehr Straßengrün anstelle der bisher lediglich 15, zumeist geschädigten Bäume, Sitzmöglichkeiten insbesondere für Senioren, mehr Platz für Radfahrer und eine Strecke vor, die weniger Autofahrer dazu verleitet, zu schnell zu fahren.

61 Unfälle innerhalb von vier Jahren

Derzeit halten sich zwar laut Verwaltung die meisten Fahrer an die vorgeschriebenen Tempo 50, doch gebe es Ausnahmen. Ein Wagen sei mit 110 Stundenkilometern gemessen worden. Zudem sei die Strecke durchaus unfallträchtig, so Ewen. Von 2018 bis 2022 habe es 61 Unfälle gegeben. „Das ist eine ganze Menge“, sagte sie. Zumal häufig Radfahrer und Fußgänger beteiligt gewesen seien.

Ewen schickte ebenfalls vorweg, dass es vorerst bei Tempo 50 bleiben müsse. Die schreibe die Straßenverkehrsordnung für Hauptverkehrsstraßen vor. Mit 7000 bis 8000 Autos täglich zählt die von den südlichen Stadtteilen in die City führende Route zweifellos zu den stark frequentierten der Stadt.

Dennoch bietet sich nach Überzeugung der Verwaltung die Chance, der einstigen Bundesstraße 51 einen anderen Charakter zu verleihen. Denn die Pingsdorfer Straße ist mit neun bis elf Metern recht breit. Für den rollenden Verkehr sind jedoch lediglich 6,50 Meter erforderlich.

Das Foto zeigt, wie die Pingsdorfer Straße vor einigen Jahrzehnten ausgesehen hat.

So sah die Pingsdorfer Straße vor einigen Jahrzehnten aus. Nun soll die einstige Bundesstraße 51 umgestaltet werden.

„Die Proportionen sind bislang auf Kfz ausgelegt“, erklärte die Expertin. Dies soll sich ändern. Diese Möglichkeit eröffnet eine ohnehin dringend erforderliche Sanierung der Abwasserkanäle und aller übrigen Versorgungsleitungen im Untergrund.

Vorgestellt wurde die Option, den Radverkehr abschnittsweise durch einen Parkstreifen von der Fahrbahn getrennt zu führen sowie der Gegenentwurf, bei dem die Radler auf der gesamten Länge auf einem Schutzstreifen entlang der Straße unterwegs sind. Möglich ist es auch, auf einem Abschnitt einen mit Bäumen bepflanzten Mittelstreifen anzulegen.

Eine Herausforderung stellt der Bahnübergang und der dortige Wechsel des Nord-Süd-Radwegs von der einen auf die andere Seite der Gleise dar. Vorgeschlagen wurde entweder ein 25 Meter von den Schranken entfernter Überweg über die Pingsdorfer Straße oder einer unmittelbar an den Schranken. Letzterer würde dann aber mit einer Ampel ausgestattet. Beide Varianten fanden Befürworter bei den Anwohnern. Von einigen Besuchern der Veranstaltung wurde lautstark kritisiert, dass rund ein Drittel der bislang 112 Parkplätze weichen müssten.

Das Foto zeigt Anwohner, die sich von einem Experten die Ideen für die Neugestaltung der Pingsdorfer Straße zeigen lassen.

Die Pingsdorfer Straße wird neu gestaltet. Die Verwaltung stellte dabei erste Ideen vor.

Der Technische Beigeordnete Ralf Ritter verwies auf Notwendigkeit, die Straße an heißere Sommer anzupassen sowie auf die Bedürfnisse von Radfahrern, Senioren und Kindern zu achten. Er sprach von einem Zielkonflikt. „Und wir können leider nicht zaubern“, so Ritter.

Der derzeitige Zeitplan sieht einen Baubeginn in den Jahren 2027 oder 2028 vor. Es werde von zwei Jahren Bauzeit ausgegangen, so die Verwaltung. Für eine Kostenschätzung seien die Planungen noch nicht weit genug vorangeschritten.