Großeinsatz nach anonymen AnrufPolizei durchsucht Schulzentrum in Brühl

Die Gesamtschule in Brühl ist nach der Androhung einer Gefahrenlage von der Polizei evakuiert worden.
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Brühl – Ein anonymer Anrufer, der sich am Montagmorgen mit verzerrter Stimme bei der Polizei meldete, hielt über Stunden die Beamten in Atem. Nach Angabe von Behördensprecher Thomas Held sagte die Stimme: „Es besteht Gefahr auf dem Schulgelände für mehrere Personen.“ Gemeint war die Gesamtschule in Brühl an der Otto-Wels-Straße.
Der Zufall wollte es, dass nur wenige Augenblicke später die Schulleiterin der Gesamtschule, Sabine Suchan, bei der Polizei anrief und sich erkundigen wollte, ob die Schule nach dem Salzsäureunfall auf der A 1 bei Hürth in der Gefahrenzone liege. Die Polizei berichtete der Schulleiterin von dem anonymen Anruf. Dann ging alles ganz schnell. Nach kurzer Zeit waren Polizei und Feuerwehr auf dem Schulgelände. Alarm wurde ausgelöst, und die Schülerinnen und Schüler versammelten sich an den vorgesehenen Treffpunkten. Eine Jugendliche sagte: „Ich dachte zuerst, es wäre wieder nur ein Probealarm.“
Hundertschaften der Polizei aus Mönchengladbach, Bochum und Essen
Das Schulgelände wurde großräumig abgesperrt. Einsatzhundertschaften aus Mönchengladbach, Bochum und Essen fuhren nach Brühl, ein Sprengstoff-Spürhund, der eigentlich am Flughafen Köln-Bonn eingesetzt wird, sowie zwei weitere Suchhunde wurden nach Brühl gebracht. Einen Großteil der etwa 900 Schülerinnen und Schüler brachten die Einsatzkräfte im Tanzsportzentrum und im Karl-Schiller-Berufskolleg unter.

Die Polizei ist mit vielen Einsatzkräften an der Gesamtschule in Brühl.
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„Die Kinder und Jugendlichen waren alle sehr diszipliniert“, lobte eine Lehrerin das Verhalten der Schüler. Angst oder Panik habe es nicht gegeben. Die Oberstufen-Schüler konnten nach Rücksprache mit der Polizei frühzeitig nach Hause gehen. Die jüngeren Kinder wurden nach und nach von den Eltern abgeholt. Nachdem zunächst die Hunde das Gebäude nach Sprengstoff durchsucht hatten, gingen die Beamten der Hundertschaften durch die Klassenräume der Schule. Gefunden wurde aber nichts.
Auf der Suche nach anonymen Anrufer
Parallel zu der Durchsuchung liefen seit dem Morgen auch die Ermittlungen zum anonymen Anrufer. „Es gibt Ermittlungsansätze“, erklärte der Polizeisprecher. Mehr dürfe er derzeit aber noch nicht sagen. Um 17.13 Uhr konnte schließlich Entwarnung gegeben werden. Die Polizei hatte auch die letzten Schließfächer in der Schule kontrolliert. Weder eine Bombe noch ein anderer Sprengsatz wurden gefunden.
