Er wurde 67 Jahre alt. Die Brühler Grünen und die Verantwortlichen des Zoom-Kinos schätzten ihn als engagiert, zuverlässig und hilfsbereit.
Trauer um Gebhard EgidiUrgestein der Grünen in Brühl und Gesicht des Zoom-Kinos gestorben

Das Brühler Zoom-Kino und die Brühler Grünen trauern um Gebhard Egidi.
Copyright: Hans-Jörg Blondiau
Das Team des Brühler Zoom-Kinos und die Brühler Grünen trauern um Gebhard Egidi. Der Brühler verstarb vor wenigen Tagen nach langer Krankheit im Alter von 67 Jahren. In Erinnerung bleibe der in Hessen aufgewachsene Egidi, den seine Bekannten „Gebbi“ riefen, als ein zuverlässiger Freund und Mann der ersten Stunde des Zoom-Kinos, so Hans-Jörg Blondiau aus dem Vorstand des Trägervereins.
Egidi sei schon bei Openair-Veranstaltungen dabei gewesen, noch bevor man 1996 das feste Domizil im Untergeschoss des Rathauses an der Uhlstraße bezogen habe. „Für viele Menschen war er eines der Gesichter des Zoom“, so Blondiau. Als einer der Filmvorführer habe sich Egidi zweimal wöchentlich auch um den Verkauf von Tickets, Süßigkeiten und Getränken an die Besucher des Kinos gekümmert. „Er war mit seinem markanten Vollbart einfach allen bekannt“, so Blondiau.
Gebhard Egidi: Stets hilfsbereit und zuverlässig
Die Verantwortlichen schätzten seine Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit. Wenn Not am Mann gewesen sei, habe man nur Gebbi fragen müssen, und das Problem sei gelöst gewesen, so Blondiau. Letztmals war Egidi im August vergangenen Jahres in einer Runde der ältesten Zoom-Mitstreiter als Thekenhelfer beim Openair-Kino im Rathaus-Innenhof im Einsatz. Als Vorführer im Kino engagierte er sich letztmals im Januar 2022.
Ein Mann der ersten Reihe sei der Verstorbene indes nie gewesen, so Blondiau. Dieser Einschätzung stimmt auch Robert Saß, Vorsitzender der Brühler Grünen, zu. Eitelkeit und Geltungsbedürfnis seien ihm fremd gewesen. „Sein Ding war es, sich zuverlässig zu engagieren und den Meinungsaustausch mit anderen zu suchen“, erinnert sich Saß.
Es gebe wohl niemanden, auf den die Bezeichnung „Urgestein der Brühler Grünen“ besser zutreffe, erklärt der örtliche Vorsitzende der Partei. Egidi stieß bereit Mitte 1980er zu den Grünen und war seither ohne Unterbrechung in unterschiedlichen Funktionen tätig. Zwar hatte er nie ein Ratsmandat innen, doch er engagierte sich als sachkundiger Bürger im städtischen Jugendhilfe- und Schul- und Kulturausschuss.
„Die Kultur hat ihm besonders am Herzen gelegen“, sagt Saß über den einstigen Radio-Journalisten. Auch privat sei er ein Vorbild gewesen. Als dies in der Gesellschaft noch äußerst unüblich gewesen sei, habe er seinen Job aufgegeben, um sich um Kinder und Haushalt zu kümmern. „Das war damals mutig und progressiv“, so Saß. Gebhard Egidi hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Kinder.

