Brühler AgendamarktAbsage sorgt für Ärger und Unverständnis bei Vereinen

Die im Brühler Rathaus gefällte Entscheidungen, den Agendamarkt nochmals abzusagen, kommt nicht überall gut an.
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Brühl – Lange Zeit galt der 10. September als Fixpunkt für viele Brühler Vereine und Initiativen. An diesem Tag sollte nach zweijähriger Pause wieder der Agendamarkt in der Innenstadt stattfinden. Die von der Stadt auf die Beine gestellte Veranstaltung bot in der Vergangenheit insbesondere karitativ und sozial engagierten Gruppen und Bürgern stets eine Bühne, um ihre Arbeit vorzustellen und mit dem Verkauf von Speisen und Waren sowie Tombolas Geld für ihre Projekte zu sammeln.
Inzwischen ist klar, es wird 2022 keinen Agendamarkt geben. Coronabedingt finde dieser nicht statt. Anfang des Jahres, als die Vorbereitungen hätten starten müssen, habe es an Planungssicherheit gefehlt, teilte die Verwaltung auf Anfrage mit.
Brühler Vereine verärgert
Bei den Initiativen und Vereinen stößt diese Aussage auf Unverständnis. Denn die Kunde von der Absage erreichte ihre Adressaten offenbar keineswegs Anfang des Jahres, sondern erst vor einigen Wochen. „Wir sind lange Zeit davon ausgegangen, dass es die Veranstaltung geben würde. Als wir dann nichts gehört haben, haben wir mehrfach nachgehakt, aber Klarheit herrschte da noch nicht“, sagt Karin Tieke, die Sprecherin der Brühler Initiative für Völkerverständigung. Im Gegenteil. Tieke sagt, sie habe schließlich im Juni Bürgermeister Dieter Freytag im Sozialausschuss angesprochen. „Dort hat er gesagt, der Agendamarkt finde statt“, erklärt Tieke. Anschließend habe es dann offensichtlich einen Sinneswandel in der Verwaltung gegeben.
Inge Freund, Sprecherin des Vereins „Vor Ort“, schildert ähnliche Erfahrungen. Erst zu Beginn der Sommerferien habe sie auf eigene Nachfrage von der Absage erfahren.
Kein Verständnis für Absage des Agendamarkts
Die Begründung halten Freund und Tieke ebenfalls für nicht stichhaltig. „Wochenmärkte, andere Veranstaltungen in der Innenstadt und Konzerte finden statt. Der Agendamarkt aber nicht. Das kann ich nicht nachvollziehen. Ich bin total verärgert“, sagt Freund. Für ihren Verein sei die Veranstaltung die größte Aktion im Jahresverlauf, die wichtigste Chance, Erlöse für Hilfsprojekte in Kambodscha zu erzielen und Werbung in eigener Sache zu machen. Kambodschaner hätten bislang am Stand des Vereins selbstgekochte Speisen angeboten, was stets auf große Resonanz gestoßen sei. Die Initiative für Völkerverständigung um Karin Tieke verfolgte vergleichbare Pläne. „Wir sind wie viele andere extrem enttäuscht“, so die Sprecherin.
Tiekes Darstellung ließ Bürgermeister Freytag auf Nachfrage unkommentiert. Er lieferte jedoch eine Begründung für die lange Unsicherheit und die Absage. Demnach machten Personalengpässe die Fortsetzung des Projekts zunichte. Im Frühjahr beabsichtigte Neueinstellungen seien „mangels hinreichender Bewerbungen und zusätzlicher Absagen“ gescheitert.
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Erst in Folge der erneuten Stellenausschreibung habe man jetzt zwei Teilzeitkräfte gefunden werden, die im Oktober ihre Arbeit aufnehmen werden. „Daher ist die Stadtverwaltung zuversichtlich, den Agendamarkt 2023 wieder ausrichten zu können“, ließ Freytag wissen.


