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Kritik an der LandespolitikBrühler Karnevalisten ziehen Bilanz

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Rainer Nieschalk (l.), Präsident Festausschusses Brühler Karneval, Stadtwerke-Chef Thomas Isele (Mitte) und Bürgermeister Dieter Freytag enthüllten das Karnevalsmotto für die nächste Session.

Brühl – Hinter den Brühler Karnevalisten liegt erneut eine von der Pandemie geprägte Session, die sich letztlich irgendwo zwischen Hoffnung und wiederkehrender Enttäuschung verlor. Das einst eingeplante Dreigestirn erklärte frühzeitig seinen Verzicht, die Proklamation der Kindertollitäten wurde erst verlegt, dann abgesagt und die Züge, an deren Ausrichtung man so lange geglaubt hatte, rollten letztlich weder durch die City noch durch die Stadtteile.

„Es war die zweite Session ohne Fastelovend“, brachte es Rainer Nieschalk, Präsident vom Festausschuss Brühler Karneval, beim Aschermittwochs-Fischessen im H+Hotel auf den Punkt.

Keine Alternative zur Absage

Der scheidende Chef des Zusammenschlusses der Karnevalsgesellschaften übte dabei auch Kritik. Die Politik auf Landesebene habe nicht den Mut gehabt, das Feiern zu verbieten und stattdessen die Vereine und Karnevalisten „unter moralischen Druck“ gesetzt. „Das kann ich bis heute nicht nachvollziehen“, so Nieschalk. Schließlich habe es dann keine Alternative zur Absage der Veranstaltungen gegeben. Dazu zählte letztlich auch die kurz zuvor zur Open-Air-Veranstaltung umgekrempelte Proklamation der Kindertollitäten.

Auch Bürgermeister Dieter Freytag hat diese Absage als ganz bittere Entscheidung in Erinnerung. Immerhin konnten sich die anwesenden Ben Prickartz (designierter Prinz), Benjamin Scheid (Bauer) und Amelie Goldschmidt (Jungfrau) über Geschenke und die Aussicht auf eine jecke Regentschaft in der nächsten Session freuen.

Neues Motto vorgestellt

Dann wird in Brühl unter dem Motto „Richtig zo fiere kann m'r nit verliere!“ (Richtig zu feiern kann man nicht verlernen) gefeiert. Man müsse trotz Pandemie und den schrecklichen Ereignissen in der Ukraine die Hoffnung auf eine friedliche und normale Session ausstrahlen, so Freytag, der Nieschalks unermüdlichen Einsatz lobt.

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Dieser beendet nach drei Jahren seine Präsidentschaft. Nieschalk rief die Vereine zur Geschlossenheit auf. Dann sei der Fasteleer gut aufgestellt. Der „Karnevalsbazillus“ sei jedenfalls tief in der Gesellschaft verankert.