Abo

Ideen für Museum vorgestelltNeue Ausstellung für Brühler Schlösser

3 min

Interessiert schauten sich die Gäste die Entwürfe schon vor der offiziellen Preisvergabe an.

Brühl – „Heute ist ein erster Meilenstein geschafft“, verkündete die Leiterin der Welterbestätte, Regina Junga, den etwa 50 eingeladenen Gästen im Dorothea-Tanning-Saal des Max-Ernst-Museums. Sie meinte damit ein neues Museum, das im nördlichen Nebengebäude von Schloss Falkenlust auf etwa 470 Quadratmetern entstehen soll. Ziel ist es, den Gästen anschaulich, informativ und unterhaltsam das Leben im Schloss und der dort gepflegten Falkenjagd in vergangenen Zeiten zu vermitteln. Dazu war bereits im Frühjahr 2021 die europaweite Ausschreibung eines Ideenwettbewerbs gestartet worden. Im Dezember tagte die Jury. Nun überreichte Staatssekretär Dr. Jan Heinisch den Siegern des Wettbewerbs die Urkunden.

Entwürfe in Brühl vorgestellt

Bevor der Leiter der Jury, Dr. Heiner Farwick, die Preisträger und deren Entwürfe vorstellte, stimmten die Brühler Jagdhornbläser Falkenlust auf die Veranstaltung ein.

Anschaulich und leidenschaftlich vermittelte Dr. Achim Sommer, Direktor des Max-Ernst-Museums, auch Eindrücke seines Museums, in dem es ja nicht nur darum gehe, die Kunst zu zeigen, sondern sie Kindern und Erwachsenen zu vermitteln. So biete das Museum im praktischen Umgang mit der Kunst beispielsweise Workshops im Fantasie-Labor an.

Staatssekretär Heinisch berichtete, dass neun Planungsbüros ihre Entwürfe und Ideen eingereicht hätten. Das Preisgericht habe es sich nicht leicht gemacht. „Nach intensiver Diskussion wurden zwei Preise und eine Anerkennung in einer Gesamthöhe von 30.000 Euro vergeben“, sagte Heinisch.

Erster Platz geht an Berliner Büro

Der erste Platz ging an die Berliner „Stories within architecture GmbH“. Farwick lobte den Entwurf: „Das Konzept überzeugt sowohl in der Idee der Inszenierung als auch im sorgfältigen, zurückhaltenden Umgang mit den Bestandsgebäude.“ So lasse die als „Lustspiel in drei Akten“ bezeichnete Idee einer Inszenierung auf separaten Bühnen auch zu, dass virtuelle Zeitzeuginnen und Zeitzeugen lebendige Einblicke in die Vergangenheit geben.

Atmosphäre erlebbar machen

In der Konzeptbeschreibung heißt es zum Beispiel, dass der Baumeister persönlich eine individuelle Schlossführung gibt und seine kostbare Schöpfung präsentiert. Was die Falkenausbildung für Mensch und Tier bedeutete, wird unter anderem im zweiten Akt sichtbar, bevor den Gästen im dritten Akt auch dargestellt wird, dass sich an der Ausbildung der Vögel bis heute nur wenig geändert hat. Sie hätten versucht, „die Atmosphäre, die dort geherrscht haben könnte, erlebbar und sichtbar machen“, heißt es in der Erklärung der Architekten Viktoria und Tobias Wille.

Über den zweiten Platz freute sich die „Nowakteufelknyrim GmbH Düsseldorf“. Eine Anerkennung erhielt „Tatwerk UG Berlin“ gemeinsam mit „Bergzwo GmbH Berlin“ und „Finke.media GmbH Berlin“.

Bedeutung der Unesco-Welterbestätte betont

Bürgermeister Dieter Freytag (SPD) hob in seiner Ansprache die Bedeutung der Unesco-Welterbestätte Schlösser Brühl mit ihren barocken Parkanlagen hervor: „Das ist für unsere Stadt ein ganz wichtiges Alleinstellungsmerkmal.“ Er berichtete auch, dass das Schlösserensemble heute, aber auch früher von wichtigen Persönlichkeiten besucht worden sei. Überrascht sei er deshalb nicht, dass die Familie Mozart einst Brühl besucht habe. „Selbst Napoleon Bonaparte soll bedauert haben, dass Schloss Augustusburg keine Räder habe, mittels derer es nach Frankreich gerollt werden könne, so munkelt man“, verriet Freytag.

Das könnte Sie auch interessieren:

Die eingereichten Originalunterlagen werden von heute an für vier Wochen bis einschließlich Sonntag, 1. Mai, im nördlichen Nebengebäude von Schloss Falkenlust zu sehen sein. Die Schau ist bei freiem Eintritt dienstags bis freitags von 9 bis 16 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung NRW hat eine Broschüre zum Wettbewerb herausgebracht, in der die Preisträger mit ihren Ideenkompositionen dargestellt sind.