Im Brühler Westen wird gerodetStandort der neuen Feuerwache soll vermessen werden

Die Kleingärten und die von Bäumen und Sträuchern bestandene Industriebrache an der Römerstraße sollen verschwinden. Dort will die Stadt eine neue Feuerwache bauen.
Copyright: Kämpf
Brühl-West – Die Vorarbeiten zum Bau der neuen Feuerwache sollen in den kommenden Tagen ein Etappenziel nehmen. Vermesser, Bodengutachter und auch Kampfmittelsondierer seien beauftragt worden, das zwischen Liblarer-Straße, Seniorenheim Johannisstift und Römerstraße gelegene Areal unter die Lupe zu nehmen, so die Stadtverwaltung. Für diese Bestandsaufnahme müsse die bis Mitte des vorigen Jahrhunderts von einer Ziegelei genutzte Fläche gerodet werden. „Eine Untersuchung der Brachfläche ergab, dass bei einer Rodung außerhalb der Vogelschutzzeit das Vorhaben aus artenschutzrechtlicher Sicht zulässig ist“, so die Verwaltung. Daher sollen die Arbeiten von Mitte Januar bis Mitte Februar erfolgen.
Anwohner fühlt sich überrumpelt
Peter Schumacher fühlt sich von dieser Nachricht überrumpelt, die die Anwohner am 3. Januar per Einwurf-Schreiben erreichte. Der Rentner ist gegen den Bau der neuen Wache an dieser Stelle. Vor allem aber findet er die Zeit viel zu knapp, um die übrigen Anwohner zusammenzutrommeln und sich rechtlichen Beistand zu organisieren. „Das ist doch ganz bewusst so kurzfristig anberaumt worden.“
Sorge um seltene Vögel
Mit der Rodung würden Fakten geschaffen, ein Refugium für Pflanzen und Tiere unwiederbringlich vernichtet. „Dabei hat man zugesagt, uns auf dem Laufenden zu halten. Gehört haben wir aber monatelang nichts. Bis dieses Schreiben im Briefkasten steckte“, echauffiert er sich. Für den Bau einer neuen Wache müsse es eine verträglichere Lösung geben. „Dort leben Eichhörnchen und seltene Vögel“, sagt Schumacher. Außerdem grenzten Wohnhäusern und Seniorenheim direkt an das Areal, Konflikte wegen der absehbaren Lärmbelästigung seien bereits absehbar.
Die Stadt betont indes, die Fläche stehe nicht unter Naturschutz. Und im Bebauungsplanverfahren sowie bei der Änderung des Flächennutzungsplans werde auch ein Umweltbericht erstellt. Zudem stellt die Verwaltung für das zweite Halbjahr Bürgerinformationsveranstaltungen in Aussicht, „bei der betroffene Bürgerinnen und Bürger aufgefordert sind, sich zu beteiligen und Stellungnahmen abzugeben“. Schumacher hält diese Argumente für nicht stichhaltig: „Wenn die Bäume mal gefällt sind, ist es zu spät.“
Politik für den Standort
Aus den Reihen der Brühler Politik wird er jedoch wohl wenig Unterstützung finden. Dort herrscht große Einigkeit. „Wir haben Glück, diese Fläche zu haben“, sagt etwa der Grünen-Vorsitzende Robert Saß. Er sei überrascht, dass es jetzt Widerstand gebe, da sich alle Überlegungen seit Jahren auf diesen Standort fokussierten. „Und bislang hat es keinen Aufschrei gegeben. Weder in Politik noch in der Bürgerschaft.“
Das könnte Sie auch interessieren:
Erforderlich ist der Neubau, da an dem bestehenden Standort an der Rheinstraße die rechtlich vorgeschriebenen Zeitvorgaben zum Erreichen der Einsatzorte nicht mehr im gesamten Stadtgebiet gewährleistet werden können. Mit dem Bau soll 2023 begonnen werden.




