Sinkender VogelbestandIn Brühl werden viele neue Brutplätze verteilt

Der erste Nistkasten wurde jetzt an einem Baum am Südfriedhof aufgehängt.
Copyright: Höhne
Brühl – Alles fing mit einem Aufruf an. Mit der Aktion „Der frühe Vogel – Nistkästen bauen mit Schülerinnen und Schülern“ wollte der nordrhein-westfälische Fachverband des Tischlerhandwerks junge Menschen für den Artenschutz sowie die Gefährdung der heimischen Tierwelt sensibilisieren. Gleichzeitig sollte ein Einblick in einen facettenreichen Beruf gegeben werden. Von der Idee war auch Tischlermeister Manfred Giefer begeistert. So baute er im vergangenen Jahr mit Pingsdorfer Mädchen und Jungen erste Vogelhäuschen aus unbehandeltem Fichtenholz.
„Das hat allen Spaß gemacht“, berichtet der 46-jährige. Und der Gedanke, etwas gegen den kontinuierlich sinkenden Vogelbestand zu tun, ließ ihn zusammen mit seinen drei Gesellen Dominik Hindsches, Leon Schmitz, und Lukas Heisterkamp sowie den beiden Auszubildenden Ricky Martin und Max Hilgers weitere Häuschen fertigen. Schließlich entstanden 50 Nistkästen, die Giefer dem Brühler Stadtservicebetrieb kostenlos zur Verfügung stellte.

Mitarbeiter der Tischlerei Giefer und Vertreter das Nabu und des Stadtservicebetriebes freuten sich über die neuen Nistkästen.
Copyright: Höhne
„Wir freuen uns sehr über diese Initiative, denn der Natur- und Umweltschutz gehört zu den zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit“, sagt Vorstand Gerd Schiffer. Von knapp 190 Brutvogelarten stehen etwa die Hälfte auf der Roten Liste. „Wir wollen jetzt die Nistkästen an Bäumen insbesondere an Schulen und in der freien Natur aufhängen“, berichtet Schiffer.
Am Dienstagnachmittag wurde symbolisch ein erstes Vogelhaus an einem Baum auf dem Südfriedhof angebracht. Eigens dafür rückte ein Kran an. In einigen Metern Höhe wurde die Nisthilfe mit einem Schlauch am Baum befestigt, um die Rinde nicht zu verletzten. „Die anderen Häuschen werden wir nicht ganz so weit oben anbringen, damit wir sie einmal im Jahr gut säubern können“, sagt Wilbert Spitz von der Brühler Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu).
Das könnte Sie auch interessieren:
Die Nabu-Vertreter werden sich künftig um die Pflege der Niststätten kümmern. Die unterschiedlich großen Löcher in den Häuschen sorgten dafür, dass hier verschiedene Vögel wie die Kohlmeise, der Haussperling oder der Star Platz finden könnten, ergänzte Wilhelm von Dehwitz vom Nabu. „Bereits vor 15 Jahren hatten wir auf dem Südfriedhof erste Kästen angebracht, aber davon sind nur noch sieben intakt geblieben“, berichtet der 89-Jährige. Insofern sei es wichtig und gut, dass nun neue folgten.



