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Invasive ArtWespenjägerin warnt vor der Asiatischen Hornisse

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Eine Asiatische Hornisse sitzt auf ihrem Nest.

Über die Asiatische Hornisse informierte die Imkerin und Wespenjägerin Gaby Kahl in Elsdorf.

Die Asiatische Hornisse verbreitet sich auch im Rhein-Erft-Kreis. Wer ein Nest entdeckt, sollte es sofort melden.

Jeder kennt diesen Schreckmoment, wenn man ein Summen hört und dann die gefährliche gelb-schwarze Bestreifung am fliegenden Insekt erkennt. Oft sieht man Menschen dann schon die Flucht ergreifen. Seit ein paar Jahren gibt es jetzt in Deutschland eine neue Bedrohung: die Asiatische Hornisse. Um darüber aufzuklären, hielt Imkerin und Wespenjägerin Gaby Kahl jetzt in Oberembt einen Vortrag in ihrem Imkereimuseum. Kahl ist seit mehr als 15 Jahren Imkerin und Vorsitzende des Bienenzuchtvereins in Elsdorf. Seit 2022 ist sie zudem Wespenberaterin und entfernt auch professionell Nester.

„Wir werden die Dame nicht mehr loswerden“, sagte Kahl über das Insekt. „Wir laufen sehenden Auges ins Verderben.“ Vermutlich 2004 wurde die Hornisse nach Frankreich eingeschleppt. Erste Sichtungen gab es zehn Jahre später in Deutschland, zuerst im Saarland. Seit 2021 gibt es auch Meldungen über die Asiatische Hornisse im Rhein-Erft-Kreis.

Elsdorf: Die Asiatische Hornisse verdrängt einheimische Bestäuber

Im Unterschied zur hier heimischen Hornisse ist sie eher orange-schwarz statt gelb-schwarz und hat gelbe Füße. Beim Fliegen ist sie deutlich leiser. In der Nähe ihres Nests ist sie dagegen deutlich aggressiver als die hier lebende Hornisse. Bis zu einem Meter hoch können die Quartiere werden, die sie ab März oft auch sehr niedrig bauen, was sie zu einer Gefahr macht.

Das Foto zeigt die Referentin bei ihrem Vortrag.

15.03.2026. Elsdorf. Gaby Kahl hat bei ihrem Vortrag auf die Gefahren durch die Verbreitung der Asiatischen Hornisse aufmerksam gemacht.

„Wir Wespenjäger sagen nur Velutina zu ihr“, sagte Gaby Kahl. Nach dem wissenschaftlichen Namen Vespa velutina nigrithorax. Zum Problem wird die hier invasive Spezies, weil sie Bestäuber wie die Wild- und Honigbiene frisst. Zudem hat sie hier keine natürlichen Feinde, die ihre Fortpflanzung eindämmen. In Frankreich, wo sie schon länger ansässig ist, haben viele Landwirte schon Probleme, weil ihre Ernte von der Hornisse beschädigt wird. Auch die Weinernte leidet darunter.

Wir werden die Dame nicht mehr loswerden
Gaby Kahl, Imkerin und Wespenjägerin

„Ich finde das Tier schön, aber es gehört leider nicht hierhin“, sagte die Wespenjägerin. Sie riet dazu, Nester des Insekts sofort zu melden, damit sie entfernt werden können. Wenn man sonst selbst aktiv werden wolle, könne man die Hornisse auch in eine Falle locken. Mit einer Mischung aus einem Drittel Bier, einem Drittel Wein und einem Drittel eines süßen Sirups könne man die Hornisse anlocken und dann einfach mit einer Fliegenklatsche erlegen. Dazu müsse man jedoch an der Falle warten.

Ralf von der Laden aus Oberembt hörte sich den Vortrag mit großem Interesse an. „Man kommt ja schon mal mit denen in Kontakt“, sagte er. „Da interessiert mich das schon.“ Er hatte schon mal ein Wespennest in der Garagenwand, das er erst relativ spät bemerkte. „Das kann ja schnell gefährlich werden“, sagte von der Laden. „Vor allem, wenn man auch Hunde hat.“

Gaby Kahl wollte mit ihrem Vortrag auf die Gefahren durch die invasive Asiatische Hornisse aufmerksam machen. Die heimische Insektenwelt leide schon jetzt darunter, und auch die Landwirtschaft könne schon bald Probleme bekommen. Fehlen zu viele Bestäuber, wirke sich das auf die Blütenpflanzen aus. Von denen hingen wieder andere Tiere ab. Jetzt beginne die Zeit, in der die Hornisse wieder anfängt, ihre Nester zu bauen. Wenn es nach Gaby Kahl ginge, sollte es daher jetzt schnell noch mehr Wespenjäger geben.