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Kommunalwahl 2025Die Ratspolitik in Elsdorf wird ärmer

3 min
Bleibt Heller Bürgermeister? Wer wird stärkste Fraktion? Am Abend des 14. September werden diese Fragen beantwortet sein.

Bleibt Heller Bürgermeister? Wer wird stärkste Fraktion? Am Abend des 14. September werden diese Fragen beantwortet sein.

FDP und Stimme für Elsdorf treten nicht an. Es gibt zwei Kandidaten für das Bürgermeisteramt: Amtsinhaber Heller (CDU) und einen AfD-Herausforderer.

Die Zusammensetzung des Stadtrats wird sich durch die Kommunalwahl am Sonntag, 14. September, gründlich ändern. Das lässt sich ohne hellseherische Fähigkeiten voraussagen. Die FDP und die Kommunale Wählergemeinschaft „Stimme für Elsdorf“ treten wegen Personalproblemen nicht an. Dafür gibt es mit der AfD eine neue Partei, die sich um den Einzug in das Stadtparlament bewirbt.

Vor fünf Jahren lag die CDU klar vorn mit fast 45 Prozent der abgegebenen Stimmen und erhielt 16 der (ohne Bürgermeister) 36 Mandate. Bei der Bundestagswahl in diesem Jahr kam die CDU auf 32 Prozent. Immerhin ein gutes Viertel (27,1 Prozent, Bundestag 17 Prozent) votierten für die SPD, die seitdem mit zehn Sitzen vertreten ist und mit dem Bürgermeister zusammenarbeitet. Die Grünen kamen auf 9,4 (Bundestag 6,8) Prozent und drei Sitze.

Abzuwarten bleibt, wohin die Wählerstimmen wandern

Die Stimme für Elsdorf war vor elf Jahren angetreten als Gegenentwurf zu den etablierten Parteien und muss erfahren, dass sich nach ihrem Gründer und Motor Jürgen Schiffer, der vor Jahren aus Elsdorf weggezogen ist, zu wenige ins politische Geschirr einspannen lassen mögen.

Gespannt darf man darauf sein, wohin sich bei der anstehenden Wahl die 11,5 Prozent an Wählerinnen und Wählern, die bei der Kommunalwahl von 2020 der Stimme für Elsdorf (vier Sitze) ihre Stimme gaben, und die 7,2 Prozent der FDP (drei Sitze) bewegen, und ob CDU, SPD und Grüne ihr Stimmen-Niveau halten können, zulegen oder Einbußen hinnehmen müssen.

Andreas Heller strebt bei der Kommunalwahl für das Elsdorfer Bürgermeisteramt eine dritte Amtszeit an.

Andreas Heller strebt bei der Kommunalwahl für das Elsdorfer Bürgermeisteramt eine dritte Amtszeit an.

Vor fünf Jahren machten 1113 Elsdorferinnen und Elsdorfer ihr Kreuzchen bei der Stimme, 700 bei der FDP. Die CDU holte in den 18 Wahlbezirken 14 Direktmandate, die SPD die restlichen vier. Aktuell sind 17.573 (2020: 17.829) Wahlberechtigte gelistet. Vor fünf Jahren betrug die Wahlbeteiligung knapp 56 Prozent.

Nicht mehr zur Wahl stehen von der Stimme Horst Schnell, Nicole Friedrich-Ferocino, Andrea Teeuwen und Petra Wenge, von der FDP Maurice Horst, André Cizmowski und Carmen Eilers sowie Michael Hering (CDU), Jens Billaudelle und André Vöcking (beide SPD). Lediglich auf der Reserveliste rangieren von den aktuellen Stadtverordneten Sascha Colling (CDU) auf Platz 33 und Christian Baginski (SPD) auf Platz 3.

Zwei Bürgermeisterkandidaten stehen, wie 2020 mit Andreas Heller und Peter Immerath, auch in diesem Jahr mit dem Amtsinhaber und Wilhelm Stock (AfD) zur Auswahl.  Andreas Heller erhielt 2020 58,7 Prozent der abgegebenen Stimmen. In diesem Jahr tritt erstmals ein AfD-Kandidat gegen ihn an. Der 64-jährige Stock, Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik , ist Rentner.

Er kandidiere für das Amt des Bürgermeisters, weil er die Zukunft seiner Heimatstadt mitgestalten wolle. Stock möchte mehr Geld für die Sanierung der Schulen einsetzen, dagegen bei den Ausgaben für erneuerbare Energien und Klimawandelfolgen-Management sparen. Die AfD erhielt bei der Bundestagswahl im Februar in Elsdorf 25,1 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Wilhelm Stock (AfD) kandidiert als Bürgermeister in Elsdorf.

Wilhelm Stock (AfD) kandidiert als Bürgermeister in Elsdorf.

Die SPD stellt wie 2020 keinen Bürgermeisterkandidaten und empfiehlt ihrer Klientel, Andreas Heller zu wählen. Das dürfte die Chancen des Amtsinhabers für eine Wiederwahl erhöhen. Eine Stichwahl wird es, sollten nicht beide Kandidaten auf die exakt gleiche Stimmenanzahl kommen – was kaum zu erwarten ist – in Elsdorf nicht geben. Den künftigen Bürgermeister erwartet eine Menge Arbeit. Im Zuge von Strukturwandel und Kohleausstieg gibt es für die kleinste Stadt des Rhein-Erft-Kreises viele Bälle in der Luft zu halten.

Die Innerstädtischen Projekte, wie Innenstadt-Renovierung am Prömpershof und Grünes Band auf der ehemaligen Eisenbahntrasse, müssen ebenso am Laufen gehalten werden, wie die Entwicklung an der Tagebaukante, wo zum Ende der kommenden Amtszeit die Befüllung mit Rheinwasser beginnen soll. Dazu müssen auch wegen notorisch knapper eigener Kassen die Fördertöpfe von Bund und Land gefunden und   ausgeschöpft werden.