Schausteller aus LeidenschaftJackmuths aus Elsdorf feiern Diamanthochzeit

Seit 60 Jahren verheiratet sind Liesel und Hans Jackmuth.
Copyright: Fratz
Sie sind Schausteller aus Passion. Liesel Jackmuth hat die Leidenschaft von den Eltern, der Schaustellerfamilie Schippers, geerbt; Hans Jackmuth wurde vor 60 Jahren infiziert, als er Liesel Schippers heiratete.
Liesel Jackmuth (80) stammt, wie ihr Mann, aus Köln-Ehrenfeld. Beide besuchten, ohne einander zu kennen, die Volksschule an der Borsigstraße. „Mein Traumberuf war Friseuse, aber meine Eltern wollten, dass ich als vierte Generation ins Geschäft einsteige, was ich von Kindesbeinen an begleitet habe“, sagt sie. Mehr als 60 Jahre lang war sie selbstständig. Aus Kettenflieger und Schaukel wurde bald das erfolgreiche Geschäft mit Münz-Spielautomaten.
Elsdorfer Paar traf sich auf Fußballplatz
Hans Jackmuth (84) ist gelernter Kaufmann und arbeitete, später parallel zum Schaustellerdasein, als Substitut bei Hertie und 20 Jahre lang beim Honda-Autohaus Erpelding.

Die Hochzeit fand 1962 in Köln statt.
Copyright: Fratz
Ihr erstes Treffen war auf dem Fußballplatz. Sie spielte in einer Schaustellermannschaft gegen Roland West, er war Zuschauer, weil ein Freund bei Roland mitkickte. „Dann kam er öfter zu uns zum Aushelfen, und so kamen wir uns langsam näher“, erzählt Liesel Jackmuth.
Auf allen Elsdorfer Festen im Einsatz
Gemeinsam ergänzten sie den Betrieb um Spielwaren-Stände, um die er sich kümmerte, beschickten Straßenfeste und alle großen Kirmes-Feste im Stadtgebiet, später auch als Pioniere die Glühweinhütte auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Alter Markt. „So waren wir rund um das Jahr durchgehend im Einsatz“, erinnert sich die Jubelbraut. „Schausteller ist der härteste Beruf der Welt.“
Das Eherezept
Sie sagt: „Er ist ein toller Mann, Vater und Opa. Es ist ein Glück, dass er alles im Leben mit mir zusammen gemacht und mich unterstützt hat.“
Er sagt: „Ich liebe meine Frau, wir gehören einfach zusammen, damals so wie heute, weil oder obwohl wir immer zusammen waren.“
Vor 33 Jahren zog die Familie aus Ehrenfeld nach Heppendorf an die Straße Am Schlehdorn. „Da war Platz für unsere Lkw direkt am Haus, und es war nach den oft lauten Kirmestagen herrlich ruhig hier“, begründet sie den Umzug aus der geliebten Großstadt.„Was sollen wir hier auf dem Land, war unser erster Gedanke.“ Eine Heppendorfer Kollegin hatte ihnen die Vorzüge geschildert.
Das könnte Sie auch interessieren:
Einer der beiden Söhne und ebenfalls einer der beiden Enkel sorgen dafür, dass die fünfte und sechste Generation gesichert ist. „Die haben mein Talent geerbt, mit Kunden umzugehen, so wie ich es von meinen Eltern geerbt habe“, sagt Liesel Jackmuth, die Vorsitzende des Frauenbunds Colonia ist. Der hat große Bälle, etwa in der Flora, ausgerichtet, bei denen sie sich auch als Sängerin präsentierte.
