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Sportverbandschef über Vereine in Elsdorf„Schwimmen ist ein ganz heikles Thema“

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Kunstrasen, Flutlicht und Tribünen im Stadion sind nahezu startklar. Die Laufbahnen werden wohl erst im Frühjahr fertig.

  1. Stadtsportverbandschef Leo Schiffer spricht über die Situation der Vereine in Elsdorf.
  2. Er bennent die Probleme und die schwierigen Situationen.
  3. Außerdem erklärt er, warum Vereine, die nur eine Sportart anbieten, besonders betroffen sind.

Elsdorf – Die Elsdorfer Sportwelt ist in Bewegung. Was den Kunstrasenplatz betrifft, steht die Stadionsanierung in der Stadtmitte kurz vor der Fertigstellung. Die Laufbahnen werden wohl erst im Frühjahr fertig. In Berrendorf und Neu-Etzweiler stehen Kunstrasenplätze ebenso auf der städtischen Planungsliste, wie neue Turnhallen an der Desdorfer Straße und in Berrendorf. Über die Entwicklung sprach Dietmar Fratz mit Leo Schiffer, dem Vorsitzenden des Stadtsportverbandes.

Herr Schiffer, wie sind die Elsdorfer Vereine zurzeit aufgestellt?

Vor allem die Vereine, die nur eine Sparte anbieten, wie die Fußballvereine, haben es schwer. Besonders im Jugendbereich fehlt der Nachwuchs. Im Mittelrhein ist die Zahl der gemeldeten Mannschaften in dieser Saison um 235 auf rund 4100 zurückgegangen. Das liegt an der Ganztagsschule, aber auch an gesellschaftlichen Veränderungen. Früher gab es an Sportvereinen kaum etwas anderes als Fußball in der Freizeit. Heute orientieren sich die Jugendlichen oft anders.

Leo Schiffer

Wie kann man dem entgegenwirken?

Drei Vereine in Elsdorf haben jetzt ihre Jugendarbeit zusammengelegt. Ich sage ausdrücklich: Sie haben nicht fusioniert. Die Kooperation soll dafür sorgen, dass durchgängig durch die Altersklassen Mannschaften aufgestellt werden können. Wenn der Unterbau wegfällt, ist bei den Senioren irgendwann auch keine Mannschaft mehr zusammenzubekommen. Dabei haben die Vereine Wert darauf gelegt, dass die Jugendspieler später zu ihrem Heimverein zurückkehren. Kooperiert werden könnte aber auch auf anderen Gebieten. Wir sind da in ständigem Austausch, und der Stadtsportverband bietet den Vereinen seine Unterstützung an.

Gibt es ausreichende Trainingsmöglichkeiten?

Im Prinzip ja. Aber ohne Kunstrasenplätze kann kein Fußballverein mehr bestehen. Und bei der Nutzung von Sportanlagen könnten die Vereine sich besser abstimmen. Dass die Stadt die Hallen und Plätze kostenlos zur Verfügung stellt, ist nicht selbstverständlich und in Nachbarkommunen durchaus anders.

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Ein langfristiges Problem ist in Elsdorf mangels eigenen Hallenbads der Schwimmunterricht. Wie kann da Abhilfe geschaffen werden?

Das Schwimmen ist ein ganz heikles Thema. Ein Bad ist nicht bezahlbar. Aber an den Rahmenbedingungen könnte man arbeiten. Vielleicht könnte ein preiswertes Lehrschwimmbecken, das Elsdorf, Bergheim und Bedburg zusammen betreiben, eine Lösung sein, damit die Kinder schwimmen lernen.

Wie gefällt Ihnen das neue Stadion?

Mit der Sanierung sind wir nicht ganz zufrieden, weil mit drei 400-Meter-Laufbahnen keine ordentlichen Leichtathletik-Wettbewerbe durchzuführen sind. Für das Geld, was jetzt nachgeschossen werden musste, hätte man sicherlich zwei Bahnen mehr bauen können, zumal man nicht alle zehn Jahre ein Stadion saniert oder umbaut. Aber insgesamt wird es schon eine schöne Anlage, wovon die Schulen und Vereine profitieren.