Die schönsten BilderIn Elsdorf, Berrendorf und Heppendorf halten Hunderte die Tradition aufrecht

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Reinhold Neb ist 25 Jahre als Polizist auf dem Pferd im Zug, er setzt ie Familientradition seines Vaters fort.

Reinhold Neb ist 25 Jahre als Polizist auf dem Pferd im Zug, er setzt ie Familientradition seines Vaters fort.

Wir haben die schönsten Eindrücke von den Zügen in einer Bildergalerie festgehalten.

Mehr als 900 jecke Elsdorferinnen und Elsdorfer nahmen am Karnevalszug teil. Das berichtete Friedhelm Wahlen, der seit 38 Jahren Zugleiter ist. Die Teilnehmer verteilten sich auf 44 Gruppen. Auch 14 Wagen waren beim Zug durch die Innenstadt der kleinsten Stadt im Rhein-Erft-Kreis dabei.

Zwei neue Wagenbesatzungen waren diesmal zu sehen. Die Mitglieder des Tischtennisclubs Elsdorf, die bislang immer als Fußgruppe mitgelaufen waren, hatten erstmals einen Wagen und fuhren als Wikinger durch Elsdorf. Lange Zeit hätten die Jecke Dötz den Elsdorfer Zug bereichert, berichtete Wahlen. Aus Altersgründen habe die Gruppe sich aber in diesem Jahr zurückgezogen. Ihren Festwagen gaben die Jecken freilich weiter. Den nutzten jetzt die Jecke Küüz (Käuze), das sind junge Leute, die anstelle der Dötz mitzogen – Hauptsache jeck!

90 Jahre alter Zugteilnehmer

Viel respektvollen Applaus heimste auch Ehrenkommandant Peter Wahlen ein: Mit seinen 90 Jahren legte der närrische Altmeister einen großen Teil des stundenlangen Zugwegs zu Fuß zurück. Berrendorf/-Wüllenrath Gruselige Masken, Skelettkutten, Pechfackeln und viel Lärm im Dorf – der NGKNEV freut sich beim 25. Geisterzug über stetig anwachsendes Interesse.

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Mehr als 100 Teilnehmer des NGKNEV (Ne ganz kleine nicht eingetragene Verein) wollten den Winter optisch und akustisch vertreiben. Start war am neuen Quartier der urig-jecken Truppe, dem „Berrendorfer Treff“. Die Gaststätte „Im Hött“ am Dorfplatz ist seit dem Jahreswechsel geschlossen. Wie zu hören war, will ein neuer Besitzer das Gebäude anders nutzen.

Geister machten sich auf den Weg

„Das ist schade. Damit ist in Berrendorf ein Stück Heimat weggefallen“, beklagte „Geist 1“ und Mitbegründer Hans Schlömer. An der neuen Heimat machten sich 30 organisierte Geister und ihre Freunde und Bekannten auf den Weg. Frauen sind im Verein per Satzung nicht zugelassen, „weil es keine Geistinnen gibt“, wie Schlömer scherzte, dürfen aber mitmarschieren.

„Wir haben einfach Spaß an der Musik und an der Tradition“, bekundeten Denise, Jenny und Melina. Hinter einem dräuenden „Sensenmann“ schoben die Geister auf einem Handwagen ein Skelett im offenen Sarg durch die Dorfstraßen. Krach machten die Geister mit allem, was Lärm macht: Trommeln, die mit Knochen geschlagen wurden, Pauken, Rasseln, Ratschen, Tambourins, Ölfässer und besonders eine mit Steinen gefüllte, rumorende Ackerwalze. Dazu schallte aus den Boxen Gothic-, aber auch kölsche Karnevalsmusik. Viele Passanten marschierten kurzerhand im Zug mit.

Wir haben Spaß und bewahren dabei die Tradition, den Winter auszutreiben
Geist 44 Hermann Schiffer

Am Dorfplatz und am Start-/Zielpunkt säumten zudem zahlreiche Jecken teils in passender Kostümierung den Zugweg. Schon nach einer knappen halben Stunde mussten sich die makabren Recken erholen. Bei Pausen an der Michael-Ende-Schule und am Huppelrath gab es neben Trinkpäckchen und Süßigkeiten für die kleinen Geister standesgemäßes Schreckenskammer-Kölsch für die großen. „Wir haben Spaß und bewahren dabei die Tradition, den Winter auszutreiben“, sagte „Geist 44“ Hermann Schiffer.

Nach 27 Jahren hat Schlömer das Vorstandsamt der „Geister“ niedergelegt, geht aber, wie Mitgründer Josef Schiffer (Geist 2), weiterhin im Zug mit. Neu gewählt wurde ein Vorstandsteam um Patrick von Ameln. Das Team hat an Weiberfastnacht am neuen Vereinslokal an der Kerpener Straße den Nubbel aufgehängt. Am Dienstag soll er feierlich verbrannt werden. Heppendorf Die Dorfsammlung hatte sich wieder richtig gelohnt: Für die Kindertagesstätte konnten Wurfmaterialien angeschafft werden, so dass die Kinder und ihre Eltern die größte Gruppe im Karnevalszug bilden konnte. Sie stellten 60 der 222 Teilnehmer.

Auch Getränke und einen kräftigen Happen aus der Gulaschkanone gebe es kostenlos für die Zugteilnehmer, wie Zugleiter Peter Schneider berichtete. Zwölf Gruppen nahmen teil, darunter einige Autos und ein Großwagen der KG Blaukappen. „Wir werfen nur gute Sachen“, versicherte Schneider. Nach dem Umzug trafen sich alle im Festzelt zur Party.

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