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Landwirte in ElsdorfWirtschaftswege bei Esch ausgebessert

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Unter der Schlacke, die mit dem Wegehobel geebnet wird, liegt noch die alte Oberfläche des zuvor asphaltierten und nun „grünen“ Weges.

Elsdorf-Esch – Eine ganze Reihe von Traktoren war am Dienstag auf den Feldwegen um die nördlichen Stadtteile zu sehen. Rund 20 Elsdorfer Landwirte trafen sich dort zum Ausbessern der Wirtschaftswege. Seit einigen Jahren nehmen sie sich in Eigenleistung nach und nach die Wege im Stadtgebiet vor, diesmal vor allem im Bereich Niederembt und Oberembt. Bei Esch, zwischen Ort und Feldern, erprobten sie aber diesmal etwas Neues: Ein großer Teil des asphaltierten Wirtschaftsweges, der, vom Ort aus gesehen, hinter der Gärtnerei Friedrichs abzweigt, wurde saniert. Der Asphalt, der in keinem guten Zustand mehr war, ist schon am Montag gefräst worden.

1000 Tonnen

Die zerkleinerten Stücke wurden dann etwas verfestigt, und am Dienstag brachten die Landwirte Hochofenschlacke auf. Damit werden auch die anderen Wege bearbeitet. „Wir verarbeiten diesmal rund 1000 Tonnen“, schätzte Gemeindelandwirt Karl-Josef Conzen. Die Stadt zahlt das Material, dass von einem Verladeplatz geholt wurde. Mehrere Traktoren mit Anhängern voller Schlacke kippten diese ab, ein weiteres Fahrzeug mit angehängtem Wegehobel verteilte es gleichmäßig.

Das Verfahren wurde auf dem Weg bei Esch mehrmals wiederholt, auf einer etwa 900 Meter langen und rund drei Meter breiten Strecke, etwa von der Höhe des Reitstalls in Richtung Osten. Es sei gutachterlich festgestellt, dass die zerkleinerten Asphaltstücke nicht umweltschädlich seien, betonte Conzen. „Die Flächen zu entsiegeln ist besser, als sie neu zu asphaltieren.“ Das sei teuer, da auch der Untergrund vernünftig befestigt werden müsse. Durch das Recyceln entstünden gut befestigte Wege, „und die können wir selbst in Ordnung halten“. Bei den Treffen der Elsdorfer Landwirte hätten alle gesagt: „Wir müssen uns mal den Asphalt vornehmen.“

Anhand der Probestrecke soll nun festgestellt werden, wie viel Schlacke verwendet werden muss und wie sich das Material mit der Zeit setzt. Der Weg werde dann im kommenden Jahr wieder aufbereitet, erklärte Conzen.

Austausch der Landwirte

Der gemeinsame Austausch der Landwirte werde zunehmend wichtiger, immer mehr würden sich zusammenschließen. Um sich die Arbeit der Elsdorfer anzuschauen, waren am Dienstag Vertreter des Jülicher Tiefbauamtes, des Rübenbauerverbandes und der Arbeitsgemeinschaft der Maschinenringe beim Rheinischen Landwirtschafts-Verband vor Ort. In letzterer haben sich von der Eifel bis zum Niederrhein vor allem Landwirte zusammen geschlossen, die Zuckerrüben anbauen. Die Maschinenringe kümmern sich etwa um einen reibungslosen Transport der Rüben. „Das ist schon toll, dass hier 20 Landwirte zusammenarbeiten“, befand Karl-Georg Klauth, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft. Geschäftsführer Hans-Theo Beeck erläuterte, dass die Wirtschaftswege in einigen Gebieten schon so wie in Elsdorf ausgebessert würden. Ziel sei es, weitere Landwirte dazu zu bewegen.