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KostenexplosionSanierung des Schulzentrums in Erftstadt verteuert sich

Lesezeit 3 Minuten
Das Foto zeigt die Baustelle des Lechenicher Schulzentrums.

Die Kosten für die Sanierung des Lechenicher Schulzentrums werden sich voraussichtlich verdreifachen.

Fraktion Aufbruch '22 spricht von einem „Kostendebakel und Sanierungschaos“. Bau wird nicht vor 2028 fertig.

Die gute Nachricht vorneweg. Die Arbeiten an der Sanierung des Lechenicher Schulzentrums schreiten zügig voran. Die schlechte: Der ursprüngliche Kostenrahmen wird deutlich überschritten. 

Vielen zusätzlichen Herausforderungen, wie auch allgemeine Kostensteigerungen im Bausektor schlagen bei der Kalkulation fürs Schulzentrum kräftig zu Buche. Die Gesamtkosten werden von der Stadt nunmehr auf knapp 75 Millionen Euro geschätzt. Die ursprüngliche Schätzung belief sich noch nicht mal auf ein Drittel der im Raum stehenden Summe. Und mit einem Ende Arbeiten rechnet die Stadt frühestens im Ende 2027.

Von „Kostendebakel und Sanierungschaos“ sprechen Marion Sand und Bernd Bohlen (Fraktion Aufbruch ’22). „Der Rat hat damals in seiner Mehrheit ohne ausreichende Berechnungen und damit fahrlässig entschieden“, lautet der Vorwurf beider Politiker. Chancen, das Ruder herumzureißen, habe es in der langen Planungsphase immer wieder gegeben. Sie seien nicht genutzt worden.

Rohbau- und Sanitärarbeiten haben sich verzögert

Die Abbrucharbeiten für die Trakte B und C sind abgeschlossen, Grundleitungen wurden neu verlegt. Erneuerungen und Neuverlegung der Grundleitungen unter den Bodenplatten in den Trakten B, B1.C und N wurden Anfang Januar abgeschlossen. Die hierfür notwendigen vorgezogenen Kanalbauarbeiten sind laut Verwaltung   im Außenbereich fertiggestellt.

Die Sanierung der Grundleitungen und Erneuerung in diesem Umfang wegen des Hochwassers sei ursprünglich nicht in der Projektplanung vorgesehen gewesen, erläuterte Baudezernent Dirk Schulz in seinem Bericht. Dies habe zu Verlängerungen der Ausführungszeiten bei den Rohbau- und Sanitärarbeiten geführt. Durch die unvorhersehbare Probleme beim Zustand im Gründungsbereich der Bauwerke hätten sich die Ausführungszeiten der Rohbauarbeiten beim Neubau verlängert.

Brandschutzübung mit Schülerinnen und Schülern hat erfolgreich stattgefunden

Die Sanierung des N- Traktes ist in drei Bauphasen aufgeteilt, um während der Sanierung ausreichend Fachräume zur Verfügung zu stellen. Derzeit werden laut Schulz die Arbeiten der zweiten Bauphase ausgeführt. Die Baustelle ist durch eine aus Gipskarton hergestellte vorübergehende von den genutzten Räumlichkeiten abgeschottet.

Im B- und C-Trakt werden derzeit Rohbau-, vorbereitende Innenputz-, Trockenbauarbeiten sowie technische Gewerke ( Heizung und Sanitär) ausgeführt. Die Bodenplatte ist gegossen und die Vorbereitung zur Herstellung der Außenwände laufen.

Das vorläufige Brandschutzkonzept für den ersten Bauabschnitt ist zwischenzeitlich genehmigt, die Bauarbeiten wurden ausgeführt, teilte die Verwaltung mit. Die Flucht-und Rettungswegpläne sind freigegeben, eine Brandschutzübung hat mit Schulleitungen und Schülern in Kooperation mit der Feuerwehr stattgefunden.

Möbel werden in einem angemieteten Lagerraum in Kerpen zwischengelagert

Fluchtmöglichkeiten aus den Klassenräumen im Kellergeschoss des F Traktes bestehen gemäß Brandschutzkonzept über Holztreppen aus den Kellerschächten in den Innenhof. Das Schadstoffgutachten zu den Räumen im Untergeschoss des Schulzentrums, die durch die Flut in Mitleidenschaft gezogen worden waren, liegt zwischenzeitlich vor. Sanierungsarbeiten wurden ausgeführt, eine Reihe von Räumen sind nach Messungen wieder für den Schulbetrieb freigegeben.

Im Raum FU 09 wird ein Pumpensumpf errichtet. Derzeit befindet sich dort das Archiv der Realschule. Das Archiv zieht in einen Lagerraum um. Derzeit werden Möbel aus den Trakten B und C sowohl in Friesheim als auch in einem angemieteten Lagerraum in Kerpen zwischengelagert. Um die Lagerkosten zu verkürzen, findet in Kürze eine Begutachtung des eingelagerten Mobiliars statt.

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