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Große PflanzaktionFast 1000 heimische Wildstauden bereichern Ortsbild von Erftstadt-Herrig

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Unmittelbar am Fahrbahnrand brachten Helfer die Pflanzen in den Boden.

Auch unmittelbar am Fahrbahnrand brachten die Helfer die Pflanzen in den Boden.

Der Gartenbauverein brachte etwa Schlüsselblumen, Wiesen-Storchschnabel und Schafgarbe rund um den Kreisel in der Dorfmitte in den Boden.

Leicht war die Arbeit nicht, die sich die Mitglieder des Gartenbauvereins Erftstadt-Herrig am Samstag vorgenommen hatten. Um ihr Dorf noch schöner zu machen und ökologisch aufzuwerten, brachte ein harter Kern von Gartenbaufreunden nahezu 1000 heimische Wildstauden rund um den großen Kreisel in der Dorfmitte in den Boden.

„Wir sind wirklich ein gutes Team“, freute sich Dr. Britta Steidle vom Vereinsvorstand über die vielen helfenden Hände. Der Gartenbauverein wurde erst im vergangenen Jahr aus der Taufe gehoben. Schnell zählte er mehr als 50 Mitglieder.

Pflanzaktion in Erftstadt: Ein Dutzend Helfer im Alter von sechs bis 75 Jahren

Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Franz Gottschalk hatte schon damals den Ruck gespürt, der durch den Ort ging. „Seit der Vereinsgründung habe ich das Gefühl, dass wir als Ort noch näher zusammengerückt sind“, merkte er an. Von diesem Wir-Gefühl profitierte auch die Pflanzaktion. Gut ein Dutzend Helfer im Alter von sechs bis 75 Jahren waren am Morgen gekommen. Und sie alle sagten einvernehmlich: „Das macht richtig viel Spaß.“

Ein Mann und ein Kind arbeiten in einem Bett.

Mehrere Generationen beteiligten sich an der Pflanzaktion.

Bevor es jedoch ans eigentliche Eingraben der Stauden ging, platzierte die Mitinitiatorin und Tierärztin Britta Steidle die Blumentöpfe zunächst dort in die vorbereiteten Beete, wie sie anschließend auch eingepflanzt werden sollten. „So können wir auch schon vorab sehen, dass es passt“, erklärte sie.

Trotz der großen Zahl an Schlüsselblumen, Wiesen-Storchschnabel, Schafgarbe, Ehrenpreis, Lichtnelken und Co. hatte sie alles im Blick. „Die Schlüsselblumen dürfen ruhig überall als gelbe Farbtupfer noch dazwischen gepflanzt werden“, regte sie an. Direkt trugen die Ehrenamtler dann auch die Paletten mit den gelb leuchtenden Schlüsselblumen zu den verschiedenen Beeten rund um den Kreisel.

Gute Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft ermöglichte Zuschüsse

Insgesamt hatte der Gartenbauverein in der Klostergärtnerei der Alexianer in Köln 17 verschiedene Sorten an heimischen Wildstauden bestellen können – Pflanzen im Wert von mehr als 2000 Euro. Doch nicht der Verein hat die Mittel bereitstellen müssen.

70 Prozent der Kosten wurden durch das Leader-Projekt (Europäischer Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums) finanziert. Die restlichen 30 Prozent haben das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW und der Rhein-Erft-Kreis dazugegeben. Aber auch die Stadt Erftstadt hat geholfen. „Sie hat die Beete vorbereitet und mit Erde gefüllt“, erklärte Steidle.

Doch erst die gute Zusammenarbeit mit Ulrike Löffler von der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft ermöglichte die Zuschüsse. Löffler kennt sich aus im Dschungel der Förderungen. Sie war auch am Samstag dabei und half tüchtig mit, die Wildstauden in den Boden zu bringen. Ziel des Projekts ist es, die Artenvielfalt in den Dörfern der Region zu erhalten, zu fördern und wiederherzustellen. Über das Leader-Projekt Zukunftsdörfer konnten darüber hinaus auch bereits etwa 50 Nistkästen für Fledermäuse und Vögel im Ort finanziert und aufgestellt werden.

Und dann ist da ja auch noch das Projekt „Lebensnetz Börde“. Finanziert von Bund, Land und dem Rhein-Erft-Kreis, hat der Gartenbauverein bei diesem Projekt auch schon rund 200 Quadratmeter seiner Dorfwiese umgegraben und dort eine insektenfreundliche Wildwiese eingesät.

Der noch junge Verein sorgt nicht nur für ein blühendes Dorf, er belebt auch die Gemeinschaft. So soll nach einer Pause von 25 Jahren in Herrig in diesem Jahr erstmals wieder in den Mai hineingefeiert werden. „Auf unserer Dorfwiese wird am letzten Tag im April der Maibaum aufgestellt. Und alle sind eingeladen, beim Schmücken zu helfen“, sagte Steidle. Getanzt werde dann am Abend im und rund um das Feuerwehrhaus.