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HobbyBliesheimer Klaus Haas bastelt Weihnachtskrippen

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Erftstadt-Bliesheim – Seine erste selbst gebaute Krippe hat Klaus Haas auch heute noch. Sie ist fast 30 Jahre alt und steht in seinem Zimmer über der Garage. Wie oft der 72-Jährige sie schon umgebaut hat, weiß er gar nicht mehr zu sagen. Gerade plant er eine Vergrößerung. „Ich möchte eine richtige Krippenlandschaft daraus schaffen, drei Meter lang, einen Meter breit und mindestens 1,50 Meter hoch“, so Haas. Das ganze Jahr über soll sie später aufgebaut bleiben.

„Mein Vater war Kapellmeister des Bliesheimer Musikvereins“, erzählt Haas. Das Zimmer über der Garage habe er damals als Probenraum ausgebaut. „Heute ist der kleine Saal unser Familienzimmer, denn hier ist Platz für alle unsere Gäste“, erklärt er.

Als Statiker hat Klaus Haas sein Leben lang mit dem Planen und Bauen von Gebäuden zu tun gehabt. 1988 hat er ein altes Fachwerkhaus gekauft, das er für sich und seine Familie in Bergheim restauriert hatte. Damals entdeckte er auch die Leidenschaft des Krippenbauens. „Irgendwie muss mich dieses alte Fachwerkhaus inspiriert haben“, meint er heute. Die Freude am Krippenbau und natürlich seine Familienkrippe nahm er mit, als er wieder zurück nach Bliesheim in sein Elternhaus zog.

Werkstatt und Ausstellung

Dort hat er eine Werkstatt und Platz für eine kleine Krippenausstellung. Auch durch den Schlaganfall, den er 2005 erlitt, ließ er sich sein Hobby nicht nehmen. „Das mach’ ich doch mit links“, dieser Satz ist für ihn seitdem keine Floskel mehr. Mit links baute er 2007 die Bliesheimer Mühle und ein Jahr später die alte Dorfschmiede originalgetreu nach.

Seine Krippen zeigt Haas alljährlich auf dem Bliesheimer Weihnachtsmarkt. Bis vor ein paar Jahren baute er überwiegend traditionelle Krippen – aus Holz mit Stroh und Moos auf dem Dach. Später kamen auch Wurzelkrippen dazu. Wirkten die Krippen früher alpenländisch rustikal, sehen die Krippen heute mit Palmen und gekachelten Steinböden eher orientalisch aus. Zwar baut Haas das Grundgerüst immer noch aus Holz, doch das sieht man kaum noch, wenn er fertig ist.

Das Holzgerüst bestreicht er dick mit einer speziellen Masse, die er aus Gips und anderen Zutaten anrührt. „Die Rezeptur wird allerdings nicht verraten“, sagt er. Es habe nämlich gedauert, bis der „Putz“ genau so war, wie er ihn haben wollte: Geschmeidig in der Verarbeitung, haltbar und bruchsicher. Einzig einige Wurzeln und das Kirschbaumholz seines alten, in seinem Bergheimer Garten gefällten Kirschbaumes arbeitet er bewusst und sichtbar heraus.

Der Erfolg gibt ihm Recht. Auf dem Bliesheimer Weihnachtsmarkt waren seine Krippen in diesem Jahr äußerst gefragt. Inzwischen haben fast alle seine Verwandten und Freunde schon eine. Drei bis vier Arbeitstage braucht er, um sie zu fertigen. Jede ist ein Unikat, auch wenn sie sich ein wenig ähneln.

Krippen beherbergen für Klaus Haas längst nicht nur die heilige Familie, sondern einen wesentlichen Teil der christlichen Kultur. „Die ganze Weihnachtsgeschichte wird darin bildlich dargestellt“, sagt er. Deswegen gehören sie für ihn auch unbedingt zum Weihnachtsfest dazu.

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