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Match gegen WolfsburgEx-FC-Spieler aus Erftstadt sagt ein 3:1 voraus

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Das Bild zeigt Tobias Berg im Trikot von Erfa Gymnich, der neben dem Vereinswappen in die Kamera lächelt.

Tobias Berg von Erfa Gymnich tippt im Einwurf zum Spiel gegen den VfL Wolfsburg auf ein 3:1 für den 1. FC Köln.

Tobias Berg hat mit dem 1. FC Köln eine Meisterschaft gefeiert, in der B-Jugend. Warum er es nicht in den Profikader geschafft hat.

Der 1. FC Köln empfängt am Freitag (30. Januar) in der Fußball-Bundesliga den VfL Wolfsburg in Müngersdorf (20.30 Uhr). Im „Einwurf“ mit Matthias Breuer erklärt Kreisliga-Spieler Tobias Berg (SV Erfa Gymnich), wie seine Kölner den 20. Spieltag erfolgreich bestreiten werden und warum es bei den Wolfsburgern nicht läuft. Zudem berichtet der 31-jährige Bürokaufmann über seine Jugendzeit beim FC, die er zusammen mit VfL-Spieler und Ex-FC-Profi Yannick Gerhardt erlebte.

In der Saison 2010/11 gewannen Sie mit den B-Junioren des 1. FC Köln die Deutsche Meisterschaft. Welche Bedeutung hat dieser Titelgewinn für Sie?

Tobias Berg: Ich bin sehr stolz auf diesen Meisterschaftsgewinn und auch auf den Sieg im DFB-Pokal im Jahr 2013. Für mich allein blicke ich sehr gerne auf diese Zeit zurück: Denn was gibt es denn Tolleres, als mit seinem Herzensverein Titel gewonnen zu haben?

Teamkollegen einer Meistermannschaft verlieren sich meist nie so ganz aus den Augen. Pflegen Sie noch Kontakt zu ehemaligen FC-Mitspielern?

Nein, direkten Kontakt habe ich heute zu keinem mehr. Kurz nach meiner Jugendzeit beim FC hielt der Kontakt zum ein oder anderen noch an, nach spätestens zwei Jahren hatte sich das jedoch verlaufen. Manch einen treffe ich auf dem Sportplatz wieder. Lustigerweise habe ich vor ein paar Wochen gegen André Lutz vom GKSC Hürth in der Kreisliga A gespielt, der mein Kollege in der A-Jugend des FC war.

Von den damaligen Meister-Jungböcken etablierten sich Mitchell Weiser (Werder Bremen) und Yannick Gerhardt (VfL Wolfsburg) dauerhaft in der 1. Bundesliga. Haben Sie eine Erklärung dafür, warum sich diese beiden sich den Traum des Profi-Daseins erfüllen konnten?

Warum es gerade nur Mitchel und Yannick auf so lange Distanz geschafft haben, weiß ich gar nicht zu beantworten. Ja, gewisse Spieler – und dazu zähle ich die beiden – hatten in der B-Jugendzeit schon einen viel größeren Ehrgeiz und das größere Talent als andere Kollegen. Mit Fabian Schnellhardt hatte ich allerdings einen überragenden Zehner im Team, dem ich den langfristigen Sprung in die Bundesliga ebenso zugetraut hätte, der jedoch nur ein Jahr mit Darmstadt 98 in der 1. Liga spielte.

Weshalb ging es für Sie selbst bei den Herren nie über die Mittelrheinliga beim Bonner SC hinaus?

Während einer Verletzungsphase habe ich gemerkt, dass es ein Leben neben dem Fußball gibt und habe meine Ambitionen sowie mein Potenzial ehrlich hinterfragt. Letztendlich habe ich mich entschieden, lieber als Fan mit Freunden ins Stadion zu gehen, weswegen man sagen könnte, die Fußball-Karriere sei an meinem Ehrgeiz gescheitert. Natürlich hinterfrage ich die Entscheidung, wenn ich Yannick zum Beispiel heute vor 50.000 Zuschauern im Stadion sehen werde, aber ich bereue sie zu keinem Zeitpunkt – ich bin sehr glücklich mit meinem Leben in Erftstadt-Gymnich.

In der Liga sind beide Kontrahenten an den letzten fünf Spieltagen im gleichen Schneckentempo vorangekommen und stecken in der unteren Tabellenhälfte. Während die Platzierung des Aufsteigers Köln nicht verwunderlich ist, stellt sich bei Wolfsburg die Frage: Wieso kommt der VfL trotz Star-Einkäufe nicht voran?

Meine Erfahrung sagt mir, dass gute Einkäufe einfach nicht für erfolgreichen Fußball ausreichend sind – ein Team muss auch harmonieren, um langfristig zu bestehen. Ich weiß natürlich nicht, was in Wolfsburg aktuell falsch läuft. Aber ich kann mir schon gut vorstellen, dass die Chemie unter den Spielern einfach nicht passt.

Werden die Geißböcke über die passendere Chemie siegreich sein und die Wölfe in der Tabelle auf Abstand halten?

Ja, ich tippe auf ein 3:1 für meine Kölner, die nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte über das Publikum im Rücken zum Heimsieg kommen werden. Auf dem Spielfeld werden uns Mentalitätsmonster Tom Krauß und Jakub Kaminski anführen.