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Streit um BaustelleIG Konradsheim legt gegen Kreisverwaltung in Bergheim nach

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Das Foto zeigt die Baustelle in Erftstadt-Konradsheim. Dort ist es für Radfahrer und Fußgänger zu gefährlich, meint die Kreisverwaltung, und hat die K 44 für sie in diesem Bereich gesperrt.

An der Baustelle in Erftstadt-Konradsheim ist es für Radfahrer und Fußgänger zu gefährlich, meint die Kreisverwaltung, und hat die K 44 für sie in diesem Bereich gesperrt.

Vorsitzender Rainer Urban wirft Landrat Frank Rock „eine absolut unnötige Konfrontation mit Investor, Architekt und Bauträger“ vor.

In der Diskussion um die Verkehrssituation an der Großbaustelle Jahnshöfe legt Rainer Urban, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Konradsheimer Bürger, noch einmal nach. Offenbar seien Stadt und Kreis mit einem Projekt dieser Größenordnung überfordert, schreibt er. Und fordert für die Zukunft – vor allem mit Blick auf die Ansiedlung der Fachhochschule des Bundes in Erftstadt – ein Team für die Kooperation aller Beteiligten einschließlich der betroffenen Bürger.

Beim Bau des Wohnquartiers an den Jahnshöfen knirscht es zwischen Bauträger und Kreisverwaltung. Der Kreis hat die Kreisstraße 44 in Höhe der Baustelle für Radfahrer und Fußgänger gesperrt. Dabei gehe es nicht um die baulichen Mängel an der Fahrbahn, heißt es in einer Mitteilung des Kreises, sondern um Gefahren an der Baustellenzufahrt. Wenn dort Lastwagen warteten oder abgestellt seien und dann noch Autos entgegenkämen, könne es passieren, dass Fußgänger oder Radfahrer eingequetscht würden.

Der Bauträger zahlt an die Stadt Erftstadt, nicht an den Kreis

Dass die beiden geplanten Kreisel noch nicht gebaut seien, spiele für die Beurteilung der Verkehrssicherheit an der Baustellenzufahrt keine Rolle. Die Stadt baue beide Kreisverkehre und erneuere in diesem Zug die Fahrbahn der K 44. Der Kreis trage die Kosten, die für die Fahrbahnsanierung auch ohne die Kreisel entstanden wären, und beteilige sich finanziell am Kreisverkehr an der Kreuzung Frenzenstraße/K 44.

Der Bauträger zahle ebenfalls, aber nur an die Stadt, nicht an den Kreis: „Der Kreis hat zu keinem Zeitpunkt Mittel vom Bauträger erhalten, dies wird auch in Zukunft nicht der Fall sein.“

Mehr als zehn Jahre lang hat der Landkreis buchstäblich nichts zuwege gebracht
Rainer Urban

Rainer Urban will den Kreis aber nicht ganz aus der Verantwortung für die derzeitige Situation entlassen. „Zuständig für einen Fuß- und Radweg neben der K44 von der Frenzenstraße bis zum Fuß- und Radweg am Rotbach ist wohl der Rhein-Erft-Kreis“, schreibt er. Der Bedarf stehe seit mehr als zehn Jahren fest und sei nicht erst durch die Flut und die Großbaustelle Jahnshof hervorgerufen worden: „Mehr als zehn Jahre lang hat der Landkreis buchstäblich nichts zuwege gebracht, und dann wurde das Radfahren und zu Fuß gehen dort verboten.“

Die Stadtverwaltung leitet nun den Radverkehr auf Höhe auf die andere Seite der Frenzenstraße, gesichert mit zwei Ampeln. Damit werde immerhin die Situation für die Schülerinnen und Schüler aus Dirmerzheim verbessert, so Urban. Doch Konradsheim bleibe abgetrennt vom Rad- und Fußweg entlang des Rotbachs sowohl Richtung Dirmerzheim als auch zum Sportplatz.

Rainer Urban wirft Landrat Frank Rock „eine absolut unnötige Konfrontation mit Investor, Architekt und Bauträger“ vor. In Konradsheim frage man sich außerdem eines: Wenn die Sperrung mit dem Baustellenverkehr begründet wird, warum gilt sie dann auch an Sonn- und Feiertagen?

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