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CoronakriseFrechener Gin-Destillerie steigt auf Desinfektionsmittel um

Lesezeit 2 Minuten
Auch gespendeten Schnaps will Benedikt Brauers hier zu Desinfektionsmittel verarbeiten.

Auch gespendeten Schnaps will Benedikt Brauers hier zu Desinfektionsmittel verarbeiten.

  • Benedikt Brauers will in der Coronakrise statt wie sonst Gin nun Desinfektionsmittel herstellen.
  • Dafür funktioniert der Frechener seine „Wanderer“-Destillerie mithilfe einer Apothekerin um.
  • Was er noch braucht: Alkoholreste. Ideal sind kare Brände wie Korn.

Frechen – Normalerweise stellt Benedikt Brauers in seiner Destillerie in Frechen Gin her. Doch wegen der Corona-Pandemie steht seine Brennerei derzeit still. „Ich kann auch keine Führungen und Gin-Verkostungen mehr anbieten“, sagt der 34-Jährige, der die „Wanderer Destillerie“ an der Dr.-Gottfried-Cremer-Allee seit 2016 betreibt.

Aus der Not will er nun eine Tugend machen: Statt leckerem Wacholderschnaps möchte er in seiner Destillerie dringend benötigte Desinfektionsmittel herstellen. Geld möchte er damit nicht verdienen. Sein Ziel ist es, in der Corona-Krise zu helfen.

„Für die Herstellung von Desinfektionsmitteln gibt es ein ganz einfaches Rezept, dass die Weltgesundheitsorganisation für Krisengebiete entwickelt hat“, berichtet Brauers. Neben Alkohol benötigt man dafür nur zwei weitere Zutaten: Aloe Vera, damit die Hände nicht austrocknen, und destilliertes Wasser.

Genehmigung beantragt

Um die entsprechende Genehmigung zu bekommen, hat sich Brauers an die Stadt Frechen gewandt. „Die Stadtverwaltung hat sich schon zurückgemeldet und will sich um die Sache kümmern“, berichtet der 34-Jährige. Er hofft, möglichst bald mit der Produktion loslegen zu können. Denn Desinfektionsmittel werden in Krankenhäusern, Altenheimen und anderen Einrichtungen dringend benötigt.

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Bei der Herstellung will Brauers mit einer Apothekerin zusammenarbeiten, die den Prozess überwachen soll. „Um einige Hundert Flaschen herzustellen, reichen meine Alkohol-Bestände hier sicherlich aus“, berichtet er. Es könnte jedoch sein, dass er später mehr Rohstoffe benötigt. Deswegen bittet Brauers die Bürger um Unterstützung: „Ich brauche jetzt euren Fusel“, sagt der 34-Jährige in einem Video, mit dem er in den sozialen Medien um Alkohol-Spenden bittet.

Schnapsvorräte sind geeignet

Gemeint sind volle Schnapsflaschen oder Reste, die womöglich gar nicht mehr getrunken werden. „Aus einer Flasche Wodka kann man vier Flaschen Desinfektionsmittel herstellen“, erklärt Brauers. Aus dem Schnaps könne er den Alkohol bis zu einer Konzentration von 80 Prozent herausdestillieren – so, wie er für die Desinfektionsmittel-Produktion benötigt wird.

„Ideal sind klare Brände wie Wodka und Korn – oder auch Gin, wenn er nicht so gut schmeckt“, scherzt Brauers. „Es ist natürlich wenig sinnvoll, wenn die Menschen nun alle zu mir kommen“, sagt er. Ihm schwebt vor, den Alkohol bei den Spendern mit einem Kurier abzuholen. „Das muss aber noch geklärt werden“, sagt der Unternehmer.

Auf der Firmenseite im Internet (hier klicken) will er über den aktuellen Stand der Dinge informieren. Dort findet man auch Kontaktdaten.

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