Ab Sommer soll es einen Kletterkurs für Senioren geben. Freundesgruppe rund um den 87-jährigen Heinz Menke trifft sich bereits regelmäßig zum Klettern.
ChimpanzodromeDarum kommen Senioren in der Kletterhalle Frechen hoch hinaus

An der Kletterwand des Chimpanzodromes in Frechen: Heinz Menke (l.) und Johannes Overrath (M.), die sich seit 38 Jahren kennen und immer noch gemeinsam klettern
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In der Kletterhalle Chimpanzodrome „hängen die Seniorinnen und Senioren in den Seilen“, was hier nichts Schlechtes heißen will: Die Vorteile für Körper und Geist kennt die Seniorengruppe, die sich wöchentlich zum Klettern in Frechen einfindet, gut – kommen die Mitglieder doch freudig zur Tür herein und begrüßen sich mit den Worten: „Die meisten in unserem Alter schieben schon den Rollator.“
Mit 87 Jahren oben an der Kletterwand
Auch Heinz Menke klettert gut und gern die bis zu 17 Meter hohe Wand herauf und ist froh, mit seinen 87 Jahren einen Ort zum Klettern gefunden zu haben. „Geklettert bin ich schon auf der ganzen Welt und auf allen Erdteilen. Kilimandscharo, Grand Canyon, Ayers Rock“, erzählt er, während er seinen Kletterfreund Johannes Overrath, den er seit 38 Jahren kennt, sichert, ehe dieser die blaue Route empor klimmt.
Zweimal wöchentlich klettert Menke mit seiner selbst organisierten Seniorengruppe, die alle trittsicher und geschult wirken, denn Klettern fördert die Konzentration und hält so Körper und Geist fit. Die selbstgegründete Senioren-Klettergruppe kennt auch der Betreiber des Chimpanzodromes, Marcel Pierri, gut.
Frechen: Die neuen Kurse sollen auch gegen Einsamkeit helfen
Er hat sich nun neue Kletterangebote überlegt, die noch mehr Generationen einbinden und fürs Klettern begeistern sollen: Ab Sommer soll es einen Seniorenkurs geben, der nicht wie Menkes Fortgeschrittenengruppe ohne Anweisung und frei klettert, sondern der von einem Trainer geführt wird und auch für Anfänger höheren Alters gedacht ist. „Wir bauen das Training so, dass ältere Menschen auch Klettern lernen können“, erzählt Pierri.
Ein Training, das nach den jeweiligen körperlichen Möglichkeiten gehend gestaltet werden soll. Ein weiteres Angebot zum Sommer hin sind die Kurse der Wirbelsäulengymnastik, die die Beweglichkeit fördern, gegen Rückenschmerzen helfen, und die zu großen Teilen von den Krankenkassen übernommen werden. Rückenschulkurse und geführtes Seniorenklettern sind sicher auch eine Möglichkeit, aus der Einsamkeit zu neuen Bekanntschaften und Hobbys zu finden: „Wir haben hier in unserer Halle eine offene Community“, sagt Pierri.
Das Chimpanzodrome ist Teil der Kletterliga NRW
Auch bemüht er sich aber weiterhin, junge Leute für das klassische Klettern zu begeistern, denn hier macht sich durch die Inflation, die finanziell angespannte Lage und den erhöhten Wettbewerb ein Schwund an Kletterfreunden bemerkbar. Pierris Ziel: das klassische Klettern wieder salonfähig machen.
Mit Hilfe einer App, die derzeit entwickelt wird, können sich Kletterbuddies finden und untereinander verbinden, Kontakte knüpfen und über die App sehen, wer gerade vor Ort in der Halle klettert. Auch ist das Chimpanzodrome Teil der Kletterliga NRW, einem Wettbewerb, bei dem Interessierte antreten und ihr Geschick unter Beweis stellen können. Ganz ohne Wettbewerb ist Johannes Overrath derweil schon sicher oben angekommen, und seilt sich langsam nach unten ab, wo sein altbekannter Kletterbuddy Heinz Menke auf ihn wartet.
