Rund 140 Anwohner und Interessierte besuchten eine Informationsveranstaltung des international tätigen Unternehmens.
100 Millionen InvestitionDas sind die Details zu der neuen Pilotanlage von ESK-SIC in Frechen

Auf einer Fläche von 9200 Quadratmetern wird die neue Produktionamlage ab Anfang dieses Jahres gebaut. (Visualisierung)
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Grefrath wächst, und zwar auf dem industriellen Sektor: Das am Ortsanfang sitzende Unternehmen ESK-SIC, im Volksmund immer noch „Elektroschmelzwerk“ genannt, wird sich vergrößern. Was geplant ist, was dort geschehen soll und welche Auswirkungen diese millionenschwere Investition auf den Frechener Stadtteil haben werden, darüber informierte die Betriebsleitung die Anwohner auf einem Informationsabend im Johannessaal der Kirchengemeinde.
Gut 140 Anwohner und Interessierte waren gekommen, um sich die Erläuterungen der beiden Geschäftsführer, Matthias Hausmann und Dr. Alexander Benes, anzuhören. Bürgermeister Uwe Tietz sprach ein Grußwort und freute sich, dass das Unternehmen weiter in seinen Standort investiert und damit ein Bekenntnis zu Frechen ablege.

Bürgermeister Uwe Tietz begrüßte die geplante Werkserweiterung, die die Geschäftsführer Matthias hausmanbn und Dr. Alexander Benes (v.l.) vorstellten.
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Was aber bedeutet die Millioneninvestition (Siehe Beitrag „Pläne“) für die Grefrather, die in der Vergangenheit immer wieder mal über Lärm- und Staubbelästigungen aus dem Werk geklagt hatten? Wie Matthias Hausmann erklärte, wurde hinter den alten Werksanlagen eine eigene Fläche gerodet, um dort die Produktionsgebäude zu errichten. Damit der spätere Lkw-Verkehr von der derzeitigen Einfahrt nicht durch das gesamte Areal herumfahren muss, wird an der Günter-Wiebke-Straße eine neue Zufahrt gebaut, die so konzipiert ist, dass hier auch Lastzüge auf ihre Abfertigung warten können. Auch dieses Gebiet wurde bereits von der Bepflanzung befreit.
Frechen: 40 neue Mitarbeiter
In diesem Zusammenhang lobte Hausmann auch die Zusammenarbeit mit den kommunalen und überregionalen Behörden und Dienststellen bei Planung und Antragstellung: „Das zeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Industrie wunderbar funktioniert, wenn man frühzeitig zusammenkommt und Pläne und Ideen austauscht.“ Und dazu könnte auch das Angebot von ESK-SIC an die Stadt gehören, künftig die anfallende Produktionswärme zur Fernwärmeversorgung im Stadtgebiet zu nutzen.
Dadurch, dass bei dem neuen Prozess das Material gar nicht mehr in der ursprünglichen Form angeliefert wird und zerkleinert werden muss, entfalle der früher dabei entstandene Lärm und Dreck. Weitere oder höhere Belästigungen durch den Anlieferverkehr werden ebenfalls ausgeschlossen. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich die Lärmemissionen laut Gutachten um etwa 30 Prozent verringern. Durch die Verlagerung des Verkehrs auf dem Werksgelände wird eine Verringerung um etwa 20 Prozent erwartet.
Nach der derzeitigen Planung soll Ende März dieses Jahres mit dem Bau der Zufahrt zum neuen Werksteil begonnen werden. Im Juni wird mit dem Bau einer neuen Stromtrasse begonnen, die vom Werk unter der Günter-Wiebke-Straße hindurch und entlang der L 277 zur nächsten Trafostation führt. Mit dem Bau der Produktionsgebäude rechnet das Unternehmen von Mitte 2026 bis Mitte 2027. Danach folgt die technische Einrichtung des Komplexes und voraussichtlich im ersten Quartal 2028 wird mit der Produktion gestartet. Bis dahin sollen auch die rund 40 neuen Mitarbeiter, die benötigt werden, eingearbeitet sein.
DIE PLÄNE
9200 Quadratmeter groß soll der Neubau hinter dem bestehenden Werk im Stadtteil werden und eine Pilotanlage zum Recycling von Siliciumcarbid beherbergen. Das ist ein wichtigster Rohstoff der Keramik-, Solar- und Halbleiterindustrien.
Die Firma EKS-SIC hat zusammen mit dem Fraunhofer Institut ein Verfahren entwickelt, bei dem minderwertiges Siliziumcarbid veredelt wird. Das soll Rohstoffe und Energie sparen.
Rund 100 Millionen Euro kostet die neue Anlage, die in Grefrath entstehen soll. Der Bau wird mit Fördermitteln des Landes NRW und der EU in Höhe von 30 Millionen Euro unterstützt.

