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780 WohnungenDas sind die neuen Pläne für das Rhenania-Quartier in Frechen

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Auf dem Bild ist eine Planskizze zu sehen.

Das Rhenania-Quartier besteht aus zwei Plangebieten, West (links) und Ost (rechts).

Rund 1400 Menschen sollen auf dem ehemaligen Gelände von Steinzeug Keramo ein neues Zuhause finden. Das Gebiet soll 2027 erschlossen werden.

780 statt der ursprünglich geplanten 665 Wohneinheiten sollen auf dem ehemaligen Gelände von Steinzeug Keramo zwischen Bonnstraße und Kölner Straße entstehen. Der Bauausschuss machte einstimmig den Weg frei für die förmliche Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden.

Eine „schwierige Geburt eines Leuchtturmprojekts“ nannte Angela Lindemann-Berk (FDP) den bisherigen Weg. 2018 war bereits der Beschluss gefasst worden, einen Bebauungsplan zu erstellen. Das gesamte Areal ist in Rhenania West und Ost unterteilt. Rhenania West heißt der Teil, für den die öffentliche Beteiligung startet. Im Norden ist ein Gewerbegebiet geplant, das an das Gewerbegebiet an der Alfred-Nobel-Straße grenzt. Zentral westlich und unmittelbar am Quartiersplatz sind Grundschule und Kita angeordnet.

Frechen: Die Zahl der Wohnungen wurde um 115 auf 780 erhöht

Im südlichen Abschnitt sollen Wohnungen gebaut werden. Die Zahl der Wohnung wird mit dem aktuellen Bebauungsplan um 115 auf 780 erhöht. 190 Wohnungen sind für Singles (vor allem Auszubildende und Studierende) vorgesehen, 250 für Seniorinnen und Senioren und 340 als „reguläre“ Wohnungen. Mindestens 25 Prozent der Wohnungen sollen öffentlich gefördert werden. Rund 1400 Menschen, knapp 300 mehr als ursprünglich gedacht, würden im Quartier leben.

Auf dem Bild sind abgebrochene Industriegebäude zu sehen.

Im August 2024 ging der Abbruch der alten Steinzeug-Fabriken voran.

Die Folge für die Infrastruktur: Es sind jeweils 16 Plätze mehr in der Grundschule und in der Kita einzuplanen. Das verursacht Folgekosten. Die Technische Beigeordnete Magdalena Pötschke sieht darin kein Problem. Mehr Bewohnende bedeuten auch mehr Autoverkehr. Von 290 Fahrten pro Tag wird ausgegangen, laut Schallgutachten ist das akzeptabel. Das Gebiet wird über Bonnstraße und Kölner Straße erreichbar sein. Der Knotenpunkt mit der Bonnstraße wird im neuen Bebauungsplan Rhenania West zugeordnet und auf 330 Metern ausgebaut.

Stadt bemüht sich um Landesmittel

Die Stadt bemüht sich um Landesmittel aus dem Fördertopf „Quartiersmaßnahme“. Die Chancen dafür scheinen gestiegen zu sein. Die Beigeordnete Pötschke berichtete dem Ausschuss, dass grundsätzliche Förderfähigkeit signalisiert worden sei. Ein erster Vorentwurf des Bebauungsplanes war in Düsseldorf wegen seiner hoher baulicher Dichte und zu kleiner Innenhöfe durchgefallen. Doch auch nach der Umplanung bleiben die Freiflächen gering: 15 Quadratmeter pro Bewohnendem werden es sein.

Bei der Artenschutzprüfung wurde auf dem Areal ein Turmfalke nachgewiesen. Zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde sind vier Ersatznistkästen im östlich angrenzenden Gelände angebracht worden. Beim Projektentwickler „Wolf Capital Group“ geht man davon aus, dass das Gebiet 2027 erschlossen wird, dann könne der Hochbau beginnen. Öffentlich einsehbar sein wird der Bebauungsplan im Foyer des Rathauses und im digitalen Beteiligungsportal der Stadt Frechen.