Über 50 Unterstützer fordern mehr Transparenz rund um die Pläne für das Neubaugebiet im Stadtteil Grube Carl.
Grube CarlNeue Bürgerinitiative in Frechen kritisiert „Geheimniskrämerei und Intransparenz“

Mehr Informationen rund um das geplante Stadtquartier Grube Carl fordert eine neu gegründete Bürgerinitiative, die sich mit einem Schreiben an fast alle Ratsmitglieder und an den Bürgermeister gewandt hat.
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Die Worte sind deutlich und der Ärger offensichtlich: „Wir wollen wissen, was hier passieren soll. Endlich. Wir fordern von Politik und Verwaltung nach Jahren der Geheimniskrämerei Transparenz!“ Die scharfe Kritik kommt von der Ende Dezember gegründeten Bürgerinitiative Grube Carl, in der sich bereits mehr als 50 Unterstützer zusammengefunden haben. Sie wollen sich gemeinsam für ihren Stadtteil einsetzen, der „das größte stadtplanerische Entwicklungsgebiet für die nächsten möglicherweise 20 Jahre“ darstelle.
Die Stadt plant dort seit Jahren, ein Neubaugebiet mit rund 1600 Wohneinheiten zu entwickeln, auch eine zweizügige Grundschule soll entstehen. Für die Planung ist unter anderem die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) verantwortlich. Die Initiative fordert „nach Jahrzehnten der weitgehend geheimen Planungen in der SEG, völliger Intransparenz durch die offiziellen Ratsgremien (Rat und Planungsausschuss) eine unverzügliche Bürgerbeteiligung, Transparenz und Information“.
Wir haben einfach keine Information über das, was direkt vor unserer Haustür passiert
Dass sich innerhalb weniger Tage bereits mehr als 50 Mitglieder gefunden hätten, zeige deutlich die aufgestaute Verärgerung der Bevölkerung über den jahrelangen, respektlosen Umgang der Verwaltung, der SEG und der Politik mit ihr, analysiert der Sprecher der Initiative, Boris Dörning. Hinter verschlossenen Türen werde in kleinen Zirkeln für den Stadtteil geplant. „Wir haben einfach keine Information über das, was direkt vor unserer Haustür passiert“, ärgert sich Dörning, der seit acht Jahren in dem Stadtteil lebt. Es schwirrten zu viele Gerüchte herum, niemand kenne den aktuellen Planungsstand – dies sei ein unhaltbarer Zustand.
Zudem hätten bisherige bekannte Planungen vor allem keine überzeugenden Konzepte hinsichtlich Verkehr, Umwelt und Klima, Soziales und Nahversorgung erkennen lassen. In einem Schreiben hat sich die Bürgerinitiative nun an alle Ratsfraktionen (bis auf die AfD) und Bürgermeister Uwe Tietz gewandt. Auch in den sozialen Medien ist die BI aktiv geworden, zudem sollen an möglichst viele Haushalte Flyer verteilt werden.

