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KSK-ImmobilienberichtDGB: Wohnen im Rhein-Erft-Kreis darf kein Luxusgut werden

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Das Bild zeigt eine Luftaufnahme des Stadtteils Grube Carl in Frechen.

Im Stadtteil Grube Carl in Frechen sollen bis zu 1300 neue Wohnungen entstehen. (Archivbild)

Wohnen sei ein Grundbedürfnis für Menschen, wertet der Deutsche Gewerkschaftsbund. Er begrüße daher die geplanten Neubauprojekte in Frechen. 

„Wohnen ist ein Grundbedürfnis und kein Luxusgut“ – unter diesen Titel stellt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) seine Stellungnahme zum aktuellen Immobilienbericht der Kreissparkasse Köln (KSK). Er hatte einen sich fortsetzenden Preisanstieg um bis zu knapp drei Prozent im Jahr 2025 bei Kauf und Miete von Immobilien im Kreisgebiet belegt.

„Wenn Wohnen zu einem Luxusgut wird, dann haben wir ein soziales Problem“, wertet Ingo Degenhardt, Gewerkschaftssekretär der DGB-Region Köln Bonn, zuständig für den Rhein-Erft-Kreis. Wohnen sei ein Grundbedürfnis von Menschen. Die Krise auf dem Wohnungsmarkt spitze sich seit Jahren immer weiter zu. Dies gelte nicht nur für Großstädte wie Köln, sondern auch für das Umland.

Wohnungspolitik sei für die Gewerkschaften eine wichtige Zukunftsfrage, so Degenhardt: „Konkret bedeutet die Wohnungskrise, dass erkämpfte Lohnsteigerungen nicht selten für die Miete draufgehen und dass Beschäftigte ihre erstrittenen Arbeitszeitverkürzungen im Stau oder in überfüllten Zügen verbringen.“ Zudem seien die hohen Wohnkosten vor Ort oder zu lange Anfahrtswege ein zunehmender Grund für unbesetzte Stellen und nicht besetzte Ausbildungsplätze.

Frechen: DGB begrüßt die Pläne für bis zu 1300 Wohnungen im Gebiet Grube Carl

Für den Rhein-Erft-Kreis kommentiert der DGB die Krise am Beispiel Frechen. Dort sei bezahlbarer Wohnraum Mangelware – neben Hürth und Pulheim würden in Frechen die höchsten Quadratmeterpreise im Kreis von über zwölf Euro pro Quadratmeter für die Kaltmiete aufgerufen. Daher begrüße der Gewerkschaftsbund die politische Weichenstellung für das Baugebiet Grube Carl. Auf einer Fläche von rund 17 Hektar sind dort zwischen 1100 und 1300 Wohnungen, eine neue Grundschule und eine Kita geplant. Kritiker einer Bürgerinitiative wehren sich gegen das Vorhaben. Die Interessenvereinigung Frechener Unternehmen (IFU) hingegen hat den Beschluss ebenfalls bereits positiv bewertet.

„Dieses Projekt ist eine Investition in die Zukunft der Stadt, mit neuen Entwicklungsmöglichkeiten von Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen, und ist ein wichtiger Standortfaktor für die Wirtschaft und somit für Arbeits- und Ausbildungsplätze“, so der DGB-Vorsitzende Thomas Nienhaus. Die Verbesserung der Wohnraumversorgung müsse zentrale Aufgabe von Kommunalpolitik sein. „Wir sehen die Entwicklungen in Frechen auf einem guten Weg und unterstützen die Aktivitäten – auch in Bezug auf das Entwicklungsareal Rhenania West“, ergänzt sein Stellvertreter Hans Schnäpp.