Abo

Preisgekrönte FormateWie der Frechener Marc Lepetit erfolgreicher Filmproduzent wurde

3 min
Das Foto zeigt einen Mann im Porträt.

Ein Geschichtenerzähler und erfolgreicher Produzent - Marc Lepetits Liebe zum Film entstand in Frechen. 

Seit fast 30 Jahren realisiert Marc Lepetit anspruchsvolle fiktionale und dokumentarische Stoffe wie die ZDF-Serie „Frühling“.

„Ich weiß schon noch ganz genau, wo das Freibad in Frechen ist“, sagt Marc Lepetit und lacht. Erstaunlich, denn seit über 30 Jahren lebt der erfolgreiche TV-Produzent und Medienberater in Berlin. Der 53-Jährige produzierte Dokumentationen wie „Ich bin Margot Friedländer“, für die er für den Grimme-Preis nominiert wurde und mit dem Deutschen Fernsehpreis in zwei Kategorien ausgezeichnet wurde. Außerdem die ZDF-Serie „Ku' Damm“, für die es viele Nominierungen und Preise gab, sowie zahlreiche Dokumentationen wie „Der große Fake – die Wirecard-Story“ mit Christoph Maria Herbst.

Doch auch Marc Lepetit hat einmal klein angefangen. Wenn er nicht im Freibad war, stand er gern in seinem Gymnasium am Rotdornweg auf der Bühne. „Das war eine Loriot-Schulaufführung“, erinnert er sich. Gemeinsam mit seinem Schulfreund Rainald Grebe, dem heutigen Kabarettisten, Schauspieler und Autor, der damals in derselben Straße wie er wohnte, übte man sich früh und durchaus erfolgreich im „Revoluzzertum“.

Frechen: Im Harlekin-Theater Susanne Stupp kennengelernt

Im Harlekin-Theater lernte er nicht nur die spätere Frechener Bürgermeisterin Susanne Stupp kennen, sondern auch jede Menge „durchgeknallte Künstler“. Seine Liebe zum Film entflammte in jungen Jahren im Linden-Theater. Dort sah er zunächst gemeinsam mit seiner Mutter die Filme „Cap und Capper“ und „Tarzan“. Später besuchte er gemeinsam mit Schulfreunden die Kino-AG des Gymnasiums, und sein Berufswunsch „Filmemacher“ stand fest.

Die Eltern waren anfangs nicht sehr begeistert. Man einigte sich schließlich auf die Filmhochschule in Ludwigsburg, wo Marc Lepetit nicht nur seinen Abschluss machte, sondern auch einige Filmemacher kennenlernte. So ist er anschließend bei der UFA in Berlin gelandet, zunächst als Set-Aufnahmeleiter. Jedoch nur kurz. Denn sein Talent als Produzent war unübersehbar. „Vom Tellerwäscher zum Produzent“, scherzt er.

Seit fast 30 Jahren realisiert Marc Lepetit nun anspruchsvolle fiktionale und dokumentarische Stoffe wie die ZDF-Serie „Frühling“ und „Commissario Brunetti“ für den nationalen und internationalen Markt. Die Dreharbeiten für das UFA Fiction-Dokudrama „Benko“ laufen gerade. Marc Lepetit ist Gründer und ehemaliger Geschäftsführer der UFA Documentary GmbH und Produzent zahlreicher preisgekrönter Formate. „Ach“, winkt der Produzent bescheiden ab. „Das fühlt sich seltsam an. Ich bin einer von vielen.“

Ein Geschichtenerzähler sei er, der liebt, was er tut und seine Erfahrungen in den Bereichen Stoffentwicklung und Produktion gern an junge Talente weitergibt. Seit fast 20 Jahren unterrichtet Marc Lepetit an verschiedenen Hochschulen wie der Zürcher Hochschule der Künste und der Internationalen Filmschule in Köln. „Das ist schön, dann bin ich auch regelmäßig in Frechen“, gesteht er.

Mit der ehemaligen Bürgermeisterin Susanne Stupp habe er immer mal wieder Kontakt, und der Besuch bei Freunden und Verwandten wecke in ihm Erinnerungen und Heimatgefühle. „Vielleicht sollte ich auch mal wieder ins Freibad gehen“, überlegt Marc Lepetit und fasst gerührt zusammen: „Frechen geht einfach nicht aus einem Frechener heraus.“