Kernsanierung läuft„Hotel Durst“ in Frechen soll vier Sterne bekommen

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Das Ehepaar steht nebeneinander und lächelt in die Kamera.

Von außen wirkt das ehemalige Hotel Durst in der Fußgängerzone verlassen, im Inneren wird intensiv saniert und gearbeitet.

Petra und Michael May investieren drei Millionen Euro ins Hotel Durst. Ende 2024 soll es eröffnen – bis dahin ist noch viel zu tun.

Das traditionsreiche Hotel Durst in der Frechener Fußgängerzone scheint seit seiner Schließung im Dezember 2019 im Dornröschenschlaf zu liegen. Die Fassade ist mit Farbschmierereien verschandelt, die Fenster mit Holzplanken geschützt oder mit starkem Klebeband notdürftig repariert. Das ehemalige Stammquartier vieler Vereine, das einst gutbürgerliche Küche anbot und mit einer beliebten Reibekuchenbude vor der Tür punktete, war ehemals eine Institution. Doch der Eindruck von außen täuscht. Im Innern wird eifrig gewerkelt, Wände eingerissen, Decken abgestützt und das Gebäude teilweise abgebrochen.

Kernsanierung in Millionenhöhe – „nichts steht unter Denkmalschutz“

„Wir machen eine Kernsanierung, nichts steht unter Denkmalschutz“, berichtet Michael May, der das Hotel vor der Zwangsversteigerung für rund 290.000 Euro vom damaligen Eigentümer Thomas Schwieren kaufte und ihn dann in seinem Hürther „Hotel am Freischütz“ einstellte. Eigentlich sollten die Arbeiten längst fertig sein, doch die Baugenehmigung habe länger als gehofft auf sich warten lassen, so May.

Im April 2022 war es dann endlich so weit, auch das Brandschutzkonzept wurde genehmigt. „Mittlerweile waren die Baukosten aber von 550.000 Euro auf 1,2 Millionen gestiegen, da muss man schauen, ob das realisierbar ist“, erläutert der 57-Jährige. Nun hat der tatkräftige Unternehmer eigene Mitarbeiter aus der Baubranche angestellt und mit dem Umbau losgelegt – die Arbeiten können im Internet verfolgt werden.

Insgesamt drei Millionen will May in das Objekt investieren, mit seiner Frau Petra den Betrieb aufbauen und sich dann in drei Jahren möglichst aus dem Geschäft zurückziehen. Einen Nachfolger für sein Hürther Hotel und ein weiteres in Paderborn hat er bereits unter seinen Mitarbeitern gefunden. „Das ist ein großes Glück“, betont er.

Vier-Sterne-Hotel mit 26 Zimmern und modernem Frühstücksraum

Für das Hotel Durst, dessen Name bestehen bleiben soll, hat das Hotelier-Ehepaar ganz konkrete Pläne: Es soll ein Vier-Sterne-Hotel werden, mit 26 Zimmern und einem modernen Frühstücksraum. Sechs bis sieben Mitarbeiter werden sich um die Gäste kümmern. Ein Restaurant oder Veranstaltungsräume wird es nicht geben, das Hotel soll im garni-Betrieb, also Übernachtung mit Frühstück, geführt werden.

„Vielleicht öffnen wir die Terrasse auch für externe Gäste zum Frühstück“, überlegt May noch. Wenn erst einmal der Neubau der Kreissparkasse stehe und sein Gebäude fertig sei, wäre dies der schönste Ort in der Frechener Fußgängerzone, spekuliert der Hotelier.

Motto „Bartmannkrug“ – über 500 Krüge gesammelt

Für die Inneneinrichtung hat sich May das lokale Motto „Bartmannkrug“ überlegt. Nicht nur, dass er mittlerweile über 500 Bartmannkrüge gesammelt hat, die im Hotel aufgestellt werden sollen. In jedem Zimmer wird es über dem Bett auch ein großes, von hinten beleuchtetes Foto eines Kruges oder von Detailaufnahmen geben.

Zudem sind die Farben der Möbel und Teppiche in warmen grauen und braunen Erdtönen vorgesehen, um an Ton zu erinnern. „Es ist schade, dass alles länger gedauert hat als geplant, sonst wäre schon alles realisiert“, bedauert May. Sein Ziel lautet, das Hotel Ende 2024 in neuem Glanz zu eröffnen.

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