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Trafo-Festival in Frechen Von den Startschwierigkeiten lässt sich kein Fan beirren

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Die  Fans gaben beim Headbangen alles. 

Frechen-Grefrath – Wie groß der Kontrast zwischen den verschiedenen Bands auf dem „Trafo-Festival“ in diesem Jahr ist, wird am ersten Tag schnell klar. Zum Abschluss des Auftritts der Lipps Thelen Band, die mit ihrem Bluesrock vergleichsweise ruhigere Töne anschlägt, verabschiedet sich Sänger Julien Zeiler mit den Worten: „So, jetzt könnt ihr euch wieder den Hintern versohlen lassen.“ Damit spielt er auf die folgende Truppe an, Ayahuasca aus Köln an. Deren experimenteller Death Metal ist um einiges heftiger.

Kleine Probleme in Frechen schnell gelöst

Mitorganisator Sebastian Militar hat derweil andere Sorgen. Am frühen Abend droht es einen Engpass bei der Bierversorgung zu geben. Es hakt beim Transfer des Leerguts zwischen Brauerei und Festivalgelände. Doch mit seiner ruhigen, fast stoischen Art löst Militar die Situation zügig auf. Das eigens für das „Trafo“ kreierte Bier „Rokstoff“ kommt bei den Musikfreunden offensichtlich sehr gut an.

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Die Kölner Thrash-Metal-Band Pripjat war der Headliner am Samstagabend. 

Alles zum Thema Musik

„Insgesamt muss sich das Orga-Team nach der Zwangspause erst wieder finden, aber das wird schon“, erklärt Militar kleinere Probleme hinter den Kulissen. Davon bekommen die Fans aber wenig mit. Die Stimmung ist ausgelassen. Musiker und Publikum freuen sich sichtlich, wieder gemeinsam feiern zu können.

Elektronische Musik bis in die Morgenstunden

Vor der Bühne tummeln sich Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Ein kleines Mädchen darf zur Gaudi der Umstehenden die Erwachsenen der Reihe nach umstoßen. Die ungezwungene Ausgelassenheit steckt alle an. Der Kreis der menschlichen Kegel wird größer, während auf der Bühne die Melodic-Death-Metal-Band Tragedy Of Mine nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten für die passende musikalische Untermalung sorgt.

Im Anschluss folgt das australisch-deutsche Duo Powder For Pigeons und beeindruckt mit seinem druckvollen Power-Rock. Schlagzeugerin Meike Hindemith leistet dabei Schwerstarbeit. Nach der letzten Band des Abends wird bis in die frühen Morgenstunden zu elektronischer Musik weitergefeiert.

Nachhaltiges Festival-Shirt

Nach mehreren Nachfragen entschlossen sich die Macher zur Produktion eines nachhaltigen Festival-Shirts. Der Stoff stammt aus einer zertifizierten Herstellung, was beispielsweise Kinderarbeit ausschließt. Die weitere Herstellung wurde von einer Kölner Näherin übernommen. „Das alles führte zu einem Preis von 37 Euro. Da haben dann einige abgewinkt. Soweit geht der Wunsch nach nachhaltigen Produkten dann wohl doch nicht“, sagt Militar bedauernd. Die Shirts werden wohl dennoch ihre Abnehmer finden.

Bei der Müllbeseitigung nach dem Wochenende werden Militar und seine Mitstreiter ebenfalls darauf achten, die Spuren des Festivals zu beseitigen – und darüber hinaus. „Wir hinterlassen das Gelände in der Regel sauberer, als wir es vorfinden. Denn wenn da noch etwas liegt, fällt es auf uns zurück. Egal, ob das schon vorher da lag.“

Thrash Metal von der Band Pripjat

Auf der Bühne verliest Mitbegründer Nils Gröning zwischenzeitlich die Nummernschilder von falsch geparkten Autos. Deutlich mehr Vergnügen bereitet es ihm, den Headliner am späten Samstagabend anzukündigen. Die Kölner Thrash-Metal-Band Pripjat hatte beim ersten Festival ihren ersten Auftritt überhaupt absolviert und ist der Veranstaltung über die Jahre verbunden geblieben.

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Mittlerweile greifen die Rädchen der Organisation reibungsloser ineinander, und Militar ruht in sich selbst. Er hat Zeit, mit Gießkannen über den Platz vor der Bühne zu laufen und die Fans mit Wasser abzukühlen. „Es ist so schön, dass das wieder stattfinden kann. Die Leute kommen an, nehmen einen einfach in den Arm und sagen Danke“, schildert Militar. Und dabei schleichen sich ein paar Freudentränchen in die Augen des Metal-Enthusiasten.