Aus Kostengründen soll die Schulerweiterung vom geplanten Neubau einer Dreifachturnhalle getrennt werden. Das hat die Verwaltung vor.
Ausbau im BestandSo soll das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Hürth mehr Platz bekommen

Unterhalb des Ständerwerks an der Schulbücherei soll durch Anbauten zusätzlicher Unterrichtsraum geschaffen werden.
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Das Albert-Schweitzer-Gymnasium soll mehr Platz erhalten. Zuletzt war geplant, die Schulerweiterung mit dem Neubau einer Dreifachturnhalle zu verbinden und dabei zehn zusätzliche Unterrichtsräume zu errichten. Aus Kostengründen will die Stadt den Raumbedarf nun jedoch weitgehend durch Umbauten im bestehenden Schulgebäude decken. Womöglich könne dadurch auch die neue Dreifachturnhalle schneller gebaut werden, meint Bürgermeister Dirk Breuer (CDU).
Noch im Dezember 2024 hatte der Planungsausschuss beschlossen, die Schulerweiterung zusammen mit einer neuen Sporthalle zu bauen. Wegen der Bauhöhe hätte das Gebäude teilweise in den Boden eingegraben werden müssen. Der Verzicht auf diese aufwendige Bauweise werde nach Schätzung des Gebäudemanagements drei Millionen Euro einsparen. Außerdem soll die Sporthalle auf dem Schulhof nun doch nicht abgebrochen und ebenfalls neu errichtet, sondern saniert werden.
Hürth: Kurswechsel sorgte für Kritik im Bildungsausschuss
„Wenn wir das Sporthallenprojekt losgelöst von der Schulerweiterung angehen, kommt auch ein Systembau für die Halle infrage“, so Breuer. Eine solche Lösung sei nicht nur günstiger, sie lasse sich auch schneller umsetzen. Breuer begründete die Planänderung mit der schwieriger gewordenen Haushaltslage.

Bürgermeister Dirk Breuer will den zusätzlichen Raumbedarf am Albert-Schweitzer-Gymnasium durch Umbauten im Gebäudebestand schaffen.
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Im Bildungsausschuss hatte der Kurswechsel zuletzt für Kritik gesorgt. Die Verwaltung musste frühere Aussagen korrigieren, wonach bereits Einvernehmen mit der Schulleitung über die Schaffung zusätzlicher Räume bestehe. Schulleiter Thorsten Jürgensen-Engl betonte unter Verweis auf den Schulentwicklungsplan, dass das ASG durch die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren (G9) dauerhaft mehr Schulraum benötige.
Hürth: Neue Unterrichtsräume sollen im Gebäude geschaffen werden
Inzwischen haben sich Schulleitung und Verwaltung erneut getroffen. „Wir hatten ein gutes Gespräch“, sagte Jürgensen-Engl. „Details müssen noch besprochen werden, aber ich bin zuversichtlich, dass eine gute Lösung gelingt.“
Konkret wird nun geprüft, wie zusätzliche Klassenräume durch Umbauten im Bestand geschaffen werden können, so der Bürgermeister im Gespräch mit dieser Redaktion. Unter anderem soll die Schulbücherei umgebaut und durch einen Anbau unterhalb des Ständerwerks erweitert werden. Dadurch könnten fünf Klassenräume geschaffen werden.
Weitere vier Räume könnten durch einen Umbau der Räume für die naturwissenschaftliche Sammlung entstehen, die nicht mehr genutzt werden. Zudem könnte der Lichthof hinter der Bücherei überbaut werden. Ob sich die Pläne so umsetzen lassen und was das kosten würde, soll eine Machbarkeitsstudie klären. „Das ist die nachhaltigste und am besten integrierte Lösung“, meint Breuer.
Ende April will die Verwaltung dem Planungsausschuss das Konzept mit einem Vorschlag zum zeitlichen Ablauf vorlegen, im Juni soll ein Grundsatzbeschluss getroffen werden. Kurzfristig soll der zusätzliche Raumbedarf zum neuen Schuljahr zunächst provisorisch durch Container auf dem Schulhof sowie durch eine vorübergehende Umnutzung von Räumen im Schulgebäude gedeckt werden, kündigte Breuer an.

