Auch die Nachfrage nach Plätzen am Gymnasium bleibt groß. Als Reaktion richtet die Stadt eine zusätzliche Eingangsklasse ein.
AnmeldezahlenGesamtschule Hürth weist fast 100 Kinder ab – Zusätzliche Klasse am Gymnasium

Die Nachfrage nach Plätzen an der Gesamtschule bleibt hoch.
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Die Nachfrage nach Plätzen an der Gesamtschule ist zum neuen Schuljahr erneut deutlich größer als das Angebot. 98 der 233 angemeldeten Kinder mussten abgewiesen werden, ihre Eltern haben sie laut Schulamt nun an anderen weiterführenden Schulen angemeldet. Auch das Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) musste Schülerinnen und Schüler ablehnen, sie erhalten jedoch einen Platz am Ernst-Mach-Gymnasium (EMG).
„Wir bekommen alle Kinder, die am Gymnasium angemeldet wurden, auch unter. Nicht alle an der Wunschschule, aber an der Wunschschulform“, berichtete Jan Gebauer vom Schulamt im Bildungsausschuss. Für die 180 Plätze am ASG gingen 201 Anmeldungen ein. Am EMG gab es 154 Anmeldungen für zunächst 150 Plätze. Dort soll nun eine zusätzliche Eingangsklasse eingerichtet werden, um den Bedarf an Gymnasialplätzen in Hürth zu decken. Eine vorläufige Genehmigung der Bezirksregierung liege bereits vor, so das Schulamt.
Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Ulrich Klugius, erklärte, es sei besonders erfreulich, dass durch die geplante Einrichtung einer weiteren Klasse am Ernst-Mach-Gymnasium allen interessierten Schülerinnen und Schülern eine Chance geboten werden könne.
Hürth: An der Realschule gibt es freie Kapazitäten
An der Friedrich-Ebert-Realschule werden zum neuen Schuljahr 119 Kinder aufgenommen. Bei fünf Eingangsklassen läge die Kapazität dort sogar bei 150 Plätzen.
Die Hauptschule in Kendenich kann auch im kommenden Schuljahr eine Eingangsklasse bilden. Dort wurden 19 Kinder angemeldet. „Schade, dass wir jedes Jahr ums Überleben kämpfen müssen“, sagte Schulleiterin Almuth Piller. Dabei investiere sie viel Zeit in Beratungsgespräche, um Eltern davon zu überzeugen, dass die Hauptschule „keine Sackgasse“ sei und dort alle Schulabschlüsse – außer dem Abitur – erreicht werden könnten.
Hürther Beigeordneter sieht wenig Chancen für weitere Gesamtschule
Auch Martina Wienke, Sprecherin der Grundschulleiterkonferenz, betonte, es sei besser, wenn Kinder an der Hauptschule Erfolgserlebnisse hätten und dann „hochgeschult“ würden, als an anderen Schulformen zu scheitern und dann „abgeschult“ zu werden. Damit finde sie bei vielen Eltern jedoch kein Gehör.
Die hohe Zahl der Ablehnungen nahm Fritz Laser (Die Linke) zum Anlass, nach dem möglichen Bedarf für eine zweite Gesamtschule zu fragen. Der Erste Beigeordnete Jens Menzel, zuständig für die Schulen, räumte zwar ein, dass es „einen sehr deutlichen Wunsch der Eltern“ gebe, ihre Kinder an der Gesamtschule anzumelden. Die Anmeldezahlen allein reichten jedoch nicht aus, um den Bedarf für eine weitere Gesamtschule nachzuweisen.
Grund seien die Aufnahmeregeln. Die Plätze an der Gesamtschule würden zu je einem Drittel an Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichem Leistungsniveau vergeben. Ausschlaggebend sei die Empfehlung am Ende der Grundschulzeit. Aufgrund der vielen Anmeldungen würden vor allem Kinder aus dem unteren Leistungsdrittel abgelehnt.
Vor diesem Hintergrund prüfe die Bezirksregierung in Köln bei einer möglichen Neugründung insbesondere die Zusammensetzung der Schülerschaft. „Eine Neugründung würde mutmaßlich abgelehnt“, so Menzel. Eine genauere Aufschlüsselung der Leistungszuordnung bei den Anmeldungen zum kommenden Schuljahr konnte die Verwaltung allerdings zunächst nicht vorlegen.

