Die 28. Ausbildungsbörse der Stadt Hürth brachte Schülerinnen und Schüler mit mehr als 70 Unternehmen und Institutionen zusammen.
„Börse öffnet Horizonte“Ausbildungsbörse der Stadt Hürth lockte Hunderte Besucher an

Mehr als 70 Ausstellende, hunderte Besucherinnen und Besucher: Die 28. Ausbildungsbörse in der Sporthalle des Goldenberg Europakollegs brachte Unternehmen mit Schülerinnen und Schülern zusammen.
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Maren Fröhlich fängt ihre Schülerinnen und Schüler direkt am Eingang zum Goldenberg Europakolleg ab. Bei Fröhlich, der Studien- und Berufswahlkoordinatorin der Hauptschule Kendenich, müssen sich alle melden, die an diesem Samstag zur Ausbildungsbörse kommen. „Für vier unserer Klassen ist das eine Schulveranstaltung, also Pflicht“, erzählt sie.
„Wir haben diesen Tag intensiv vorbereitet.“ Jede Hauptschülerin und jeder Hauptschüler hat nicht nur einen Lebenslauf erarbeitet, sondern auch einen Laufzettel dabei. Darauf stehen die Namen von fünf Betrieben oder Institutionen, die sie oder er besuchen wird – je nach Interesse und schulischen Stärken. Sieben Kolleginnen und Kollegen von Maren Fröhlich sind ebenfalls im Goldenberg Europakolleg und begleiten an die Stände. „So toll komprimiert wie hier können die Jugendlichen keinen Kontakt zu Betrieben bekommen und die Angst vor Vorstellungsgesprächen verlieren“, sagt Fröhlich, „die Börse öffnet Horizonte.“
Hürth: Unternehmen, staatliche Institutionen, und Berufskollegs stellten ihr Angebot vor
Über 70 Anbieter aus Hürth und Umgebung – Unternehmen, staatliche Institutionen, aber auch Berufskollegs – nutzten am Samstag die Möglichkeit, potenzielle Auszubildende oder duale Studierende direkt zu erreichen. Die meisten Ausstellenden brachten nicht nur Ausbildungsbeauftragte mit, sondern auch Auszubildende. Organisiert wurde die Börse wieder vom Arbeitskreis Wirtschaft Hürth, dem Goldenberg Europakolleg, der Agentur für Arbeit und der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft.
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Viele Jugendliche kommen mit ihren Eltern. Sie trauen sich dann eher, Fragen zu stellen
Präsentiert wurden Berufsprofile aus vielen Branchen: Industrie, Einzelhandel, Lebensmittelproduktion, Pflege und Gesundheit, Dienstleistung, IT und Kommunikation, Handwerk, Verkehr und Entsorgung. Um Aussteller werben, müsse man nicht, sagt Claudia Dahmann, Leiterin Wirtschaftsförderung der Stadt Hürth. Die Jugendlichen würden unter anderem über die Schulen und Social-Media-Posts aufmerksam gemacht. Der Samstagstermin habe sich bewährt. „Viele Jugendliche kommen mit ihren Eltern. Sie trauen sich dann eher, Fragen zu stellen. Und die Gespräche sind qualitativ hochwertiger als bei den früheren Terminen unter der Woche, erzählen uns die Aussteller.“
Häufig gehe es darum, die Jugendlichen auf weniger bekannte Berufe aufmerksam zu machen oder über die Vielseitigkeit zu informieren, berichtet Jennifer Dorweiler aus der Personalabteilung des Familienunternehmens Remagen. „Eine Fachkraft Lebensmitteltechnik kennt man eher nicht.“
Lars Hansonis ist mit seiner Mutter gekommen, „als mentale Unterstützung“, sagt er und lacht. Der 16-Jährige war schon am Stand von Fruchthansa, weil er sich vorstellen kann, in der Lagerlogistik zu arbeiten. Aber auch die Bundeswehr interessiert ihn. Gerade hat er mit einer jungen Rekrutin gesprochen. „Mein Vater ist auch bei der Bundeswehr.“
Johanna Bachem macht zurzeit ein freiwilliges soziales Jahr in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Niedersachsen. Die 18-Jährige stammt aus Köln und möchte für eine Ausbildung zurück in die Region. „Ich interessiere mich für ganz viel, aber ich möchte am liebsten etwas mit Menschen machen – und im Bereich Medizin.“ Lange unterhält sie sich mit Kristina Rehberg aus der Pflegedirektion des Sana-Krankenhauses. Am Ende überreicht sie ihr ihre Bewerbungsunterlagen.
Praktikums- und Ausbildungsplätze online
Das Onlinetool Prakticon bringt Schülerinnen und Schüler, die ein Praktikum suchen, mit Unternehmen aus Hürth und Umgebung zusammen. Ende Dezember 2025 ist die Onlinebörse gestartet. Sie geht zurück auf den Runden Tisch des Arbeitskreises Wirtschaft, an dem auch Vertreterinnen und Vertreter weiterführender Schulen teilnehmen. Sie hatten darauf hingewiesen, dass Praktika immer häufiger Pflicht seien und es Bedarf an wohnortnahen Plätzen gebe.
Für die Ausbildungsbörse am Samstag fragte die Wirtschaftsförderung bei Ausstellern ebenfalls Praktikumskapazitäten ab, sodass die Besucherinnen und Besucher sich direkt bewerben konnten.
Ab Dienstag soll auf der Website der Stadt Hürth abrufbar sein, wie viele Ausbildungsplätze jene Betriebe aktuell anbieten, die im Goldenberg Europakolleg ausstellten. (bsz)
www.prakticon.de www.huerth.de

