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Premiere beim KarnevalszugHürther Jecken fügen die bunten Puzzle-Teile zusammen

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Eine Gruppe von Männern und Frauen mit orangefarbenen Schals, großen Ballons und Kopftüchern mit dem Friedenszeichen.

Mit Weltkugeln als Fesselballons und dem Friedenszeichen auf den Kopftüchern zog die Gruppe „Fründe wie mir“ durch Alt-Hürth und Hermülheim.

Zum ersten Mal zogen die Karnevalisten aus Alt-Hürth und Hermülheim zusammen durch ihre Veedel. Auch in Efferen und Fischenich wurde gefeiert.

Die Straßen in Alt-Hürth und Hermülheim waren am Samstag gesäumt von  Menschen in bunten Kostümen. Dort konnte man in diesem Jahr doppelt Kamelle-Beute machen. Denn zum ersten Mal zogen Alt-Hürther und Hermülheimer gemeinsam in einem Veedelszoch durch die beiden großen Hürther Stadtteile. Das heißt, das närrische Volk durfte rund 2500 Zugteilnehmer, 16 Großwagen, vier Kapellen und zwei Regimentsspielmannszüge bejubeln.

„Wir sind startklar, haben genug Taschen dabei und freuen uns, mehr zu sehen“, freute sich Andrea Pätzold am Wegesrand. Kreativ vorbereit hatten sich auch die zahlreichen Gruppen. So lassen sich jedes Jahr die „Fründe und Pänz“ etwas Neues einfallen. Diesmal kamen sie als bunte strahlende Zooch-Vögel daher. „Bunt und jeck“ lautete auch das Motto bei den Kleinen und Großen der Gemeinschaftsgrundschule im Zentrum. Ihre Ponchos hatten jede Menge farbige Punkte zu bieten.

Hürther Jecken schießen mit Porree und Mohrrüben aus der Gemüsekanone

Für Hingucker sorgten die Ringelsöckche, die als Puzzleteile daherkamen und so Alt-Hürth und Hermülheim verbanden. Viel Kamelle und Strüßjer gab es von den Waldgeistern vom Schwimmclub Hürth.

Bei einer anderen Gruppe hieß es: „3 mol 11 Johr Flotte Föss, doröm werpe mir Jemös!“ Mithalten konnte da auch die Prinzengarde Rot-Weiß Hürth. Sie hatte ihren Kanonenwagen mit Porree-Stangen und Mohrrüben geladen. Den krönenden Abschluss bildete das Dreigestirn aus Alt-Hürth und Knapsack mit Prinz Atschi I., Bauer Günter und Jungfrau Rosi.

In Efferen wurden zwei ehemalige Tollitäten geehrt

Ein bunter närrischer Lindwurm wand sich am Sonntag durch Efferen. Die Ortsgemeinschaft hatte wieder Dutzende Gruppen auf die Beine gebracht, darunter neben den traditionellen Karnevalsvereinen auch viele Nachbarschaften und Initiativen. „Wir sind sehr zufrieden über unseren Zug, weil wir sehr schöne Gruppen dabei haben und fast wieder die Teilnehmerzahlen von vor Corona erreichen“, freute sich Zugleiter und Vorsitzender der Ortsgemeinschaft, Jakob Flock.

Bevor er den Zug auf die Reise durch Efferen schickte, wurden Flock und Ernst Münch im Beisein von Prinzessin Sabrina I. zu ihrem 25-jährigen und 50-jährigen Jubiläum als ehemalige Prinzen der Großen Efferener KG Grün-Gold geehrt. Als Gäste am Rand des Geschehens ließ sich das Alt-Hürther Dreigestirn um Prinz Atschi, Bauer Günther und Jungfrau Rosi das Treiben in Efferen ebenfalls nicht entgehen. Neben einigen Musikcorps sorgte „Hürth Rockt“ für fetzige Musik.

Geburtstagskind Linda bekam in Fischenich ein Ständchen von der Prinzessin

Während einige Umzüge kleiner werden, konnten die Fischenicher Jecken jubeln. Gleich 27 Gruppen hatten sich für den Karnevalszug am Sonntag anmeldet, das sind ganze sieben mehr als im vergangenen Jahr, die ihre Kamelle und Strüßjer unters närrische Volk brachten. Rund 500 Teilnehmer waren dabei, darunter auch erstmals der Ausrichter des Zuges, der Vorstand der Dorfgemeinschaft. Anlass hierfür war deren 90. Geburtstag.

Das war Grund genug für Bürgermeister Dirk Breuer, erstmals in Fischenich mitzufeiern und sich dort auch einen Platz auf dem Wagen zu sichern. Das Glückskind des Tages war Linda Kirch von der KG Blau-Weiß Fischenich. Die Nachwuchsnärrin feierte am Karnevalssonntag ihren neunten Geburtstag und wurde mit einem royalen Ständchen von Prinzessin Petra II. geehrt, die sich samt Gefolge unters Fußvolk gemischt hatte.

Mit aufwendigen, teils selbst gestalteten und oft originellen Kostümen zogen die Fußgruppen alle Blicke auf sich. Mal wurden die Jecken durch riesige Muscheln in maritime Welten entführt, es gab Piraten, Filmrollen und Regenbögen. Weil es in dieser Session kein Dreigestirn in Fischenich gibt, fuhren die Ex-Tollitäten im eigenen Festwagen mit und warfen noch einmal kräftig Kamelle in die Menge – gelernt ist gelernt!

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