Landwirt Andreas Forschbach verkauft Flower Sprouts, ein noch junges Minigemüse aus Grünkohl und Rosenkohl.
„Flower Sprouts“Hürther Landwirt baut Mischung aus Grünkohl und Rosenkohl an

Andreas Forschbach ist Landwirt aus Leidenschaft und verkauft die Flower Sprouts.
Copyright: Margret Klose
Ein bisschen sehen die Pflanzen aus wie Palmen – nur kleiner. Erst auf den zweiten Blick ist zu erkennen, dass an ihrem Strunk viele kleine Röschen wachsen. „Das sind die Flower Sprouts“, erklärt Landwirt Andreas Forschbach (41). Das Minigemüse sei eine Mischung zwischen Grünkohl und Rosenkohl und aktuell voll im Trend.
„Flower Sprouts steckt voller Vitamine“, weiß Forschbach. Toll findet er aber auch, dass sich die Kohlröschen in der Küche vielseitig, schnell und einfach verarbeiten lassen. „Sie schmecken deftig zubereitet im Eintopf genauso lecker wie in der schnellen Küche, kurz blanchiert und danach in ein bisschen Butter fein abgeschmeckt in der Pfanne geschwenkt“, erklärt er.
Hürth: Kunden kommen von weit her in Forschbachs Hofläden
Schon vor 15 Jahren habe er zum ersten Mal von dem besonderen Gemüse gehört. „Seit vier Jahren baue ich es jetzt auch selber an“, sagt er. Die Nachfrage steige. Viele Kunden kämen sogar extra aus dem Umland nach Bornheim-Waldorf oder nach Hürth-Kendenich in seine Hofläden, um sich die Köstlichkeiten für die heimische Küche zu kaufen. Denn noch wüsste auch Forschbach keinen einzigen Kollegen, der in der Region so wie er das Gemüse anbaut.

Klein aber fein: Die einen sagen Kohlröschen, andere nennen ihn wilder Rosenkohl oder Flower Sprouts. In Anspielung auf sein gekräuseltes Petticoat-ähnliches Aussehen wird er manchmal sogar „Pettikohl“ genannt.
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„Das liegt sicherlich auch an der aufwendigen Ernte“, meint er. Die Kohlröschen müssten ja einzeln vom Strunk gebrochen werden. „Und anders als etwa bei der Rosenkohlernte wo der Strunk in der Erntezeit nur einmal angepackt und abgeerntet werden muss, müsste der Strunk der Flower Sprouts mehrfach in der Erntezeit durchgesehen werden. „Die Röschen reifen am Strunk nämlich von unten nach oben.
Wichtig sei dabei, stets nur die kleinen Röschen abzubrechen. Sie blieben nämlich auch beim Kochen in ihrer Rosenform erhalten. „Und damit sind sie auf jedem Teller ein richtiger Eyecatcher, ein absoluter Augenschmaus“, so Forschbach. Auch jetzt im beginnenden Frühling seien die Flower Sprouts eine begehrte Köstlichkeit. „Sie riechen ja weder typisch nach Kohl, noch schmecken sie kohlig“, sagt er. Das Aroma beschreibt der Landwirt vielmehr als „nussig mild.“
Fast täglich fährt er auch jetzt noch raus auf seine Felder nach Kendenich, um die Röschen zu ernten. „Langsam werden sie aber zu groß, die Pflanzen gehen in die Blüte“, merkt er an. Bei den aktuellen Temperaturen geht er davon aus, dass es in maximal zwei Wochen mit den Flower-Sprouts-Saison erst einmal wieder vorbei sein wird. Allerdings ist die nächste Ernte bereits in Planung. Schon Anfang März hat er die neuen Flower Sprouts ausgesät – ab Ende April kommen die Pflänzchen ins Freiland. Über den Sommer wachsen aus den kleinen Pflänzchen dann stattliche, bis etwa 1,20 Meter hohe Palmen. „Je nach Witterung kann die Ernte der ersten dann wohl noch sehr kleinen Kohlröschen schon im kommenden Oktober wieder beginnen“, erklärt er.
Aktuell erobert Forschbach mit seinen Flower Sprouts auch das Vorgebirge. Zum 1. Januar 2026 hat er in Bornheim-Waldorf zusätzlich den Gemüsehof Steiger gepachtet. „Dort habe ich nach dem Abitur auch 2004 meine Ausbildung zum Gärtner mit Schwerpunkt Gemüseanbau gemacht“, erklärt er. Schon als Schüler habe er nämlich gewusst, dass er den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern und Großeltern weiter und in die Zukunft führen wollte. Dabei unterstützen ihn seine Ehefrau Nina sowie seine Eltern und Geschwister. Doch die Arbeit lohnt. Denn mit dem jetzt im Vorgebirge gepachteten Gemüsehof habe er sich ein zusätzliches Standbein geschaffen, um als Gemüsebauer auch in Zukunft bestehen zu können.

