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Theatertage im BürgerhausHürther Schüler unternehmen Reise in die Welt der Fantasie

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Zwei Mitglieder der "performing group" greifen in ihrer Darstellung auf der Bühne mit roten Einwegbechern das Thema Konsum kritisch auf.

Das Kölner Ensemble „performing:group“ brachte im Hürther Bürgerhaus das konsumkritische Stück „TRASHedy“ auf die Bühne. 

Im Hürther Bürgerhaus fanden zum ersten Mal an fünf Tagen die Schultheatertage mit fünf verschiedenen Inszenierungen und acht Vorstellungen sowie sechs Workshops statt.

Für rund 1000 Hürther Kinder und Jugendliche gab es diese Woche eine ganz besondere Abwechslung im Schulalltag: Sie konnten im Römersaal des Bürgerhauses statt des normalen Unterrichts eine Theateraufführung besuchen. Zum ersten Mal fanden an fünf Tagen die Schultheatertage mit fünf verschiedenen Inszenierungen und acht Vorstellungen sowie sechs Workshops statt.

„Unsere Erwartungen wurden übertroffen, die Kinder haben gut mitgemacht und die Stücke sehr gut wahrgenommen“, freute sich Marco Jansen, sachkundiger Bürger der CDU im Kulturausschuss und Ideengeber des Theaterprojekts. „Wir wollten die Schüler mit den Theatertagen aus der aktuellen Krisensituation in eine Fantasiewelt mitnehmen. Sie sollten einmal unbeschwert Neues erleben. Das ist gelungen.“

Geld aus städtischem Haushalt

Erst im März dieses Jahres wurde im Kulturausschuss dem Antrag von CDU und Grünen für eine Theaterwoche zugestimmt, 15.000 Euro wurden im städtischen Haushalt dafür bereitgestellt. Und so konnten sich die Grundschulkinder über die Inszenierung „Schleichweg“ vom Theater Kunstdünger mit einem fantasievollen Bühnenbild freuen. Für manche war es der erste Theaterbesuch.

Das Theaterstück „Lunaris – das Weltraummärchen“ vom Berliner Ensemble „puppets united“ erzählte für die Kinder mit einer multimedialen Produktion die Geschichte einer unerwarteten und ganz besonderen Freundschaft. Für die älteren Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen bot das Ensemble der „performing:group“ aus Köln mit dem Stück „TRASHEdy“ mit Tanz, animierten Zeichnungen und Klangcollagen einen kritischen Blick auf das tägliche Konsumverhalten und die damit verbundenen Umweltprobleme.

Ziel des mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Stückes ist die Reflexion des eigenen Verhaltens und die Sensibilisierung für den Umweltschutz. Es zeichnet die Entstehung der Welt nach und erzählt eindringlich und humorvoll von der Evolution, die oft merkwürdige Pfade eingeschlagen hat.

Die Schauspieler kreieren eine Zukunftsvision, in der die eigene Entscheidungsfreiheit und das Streben nach Glück thematisiert werden. Nach der Aufführung konnten die Jugendlichen ihre Eindrücke in einem theaterpädagogischen Workshop vertiefen und aufarbeiten. „Das Geschehene soll auch verstanden und verarbeitet werden, gerade bei den schwierigen Themen bedarf es einer Nachbereitung“, so Marco Jansen.

Neuauflage in Hürth angedacht

„Die Nachfrage für die Stücke, die sich an Grundschulkinder richten, war so groß, dass sogar Doppelvorstellungen angesetzt werden mussten“, berichtet Hans-Josef Lang (CDU), Vorsitzender des Kulturausschusses. Und auch für die coronabedingt ausgefallene Aufführung „Ännis letzte Reise“ für weiterführende Schulen, die das Thema „Euthanasie im Nationalsozialismus“ behandelt, liegen jetzt schon viele Anfragen für einen Wiederholungstermin vor.

Aufgrund des Erfolgs sollen die Theatertage laut Marco Jansen zur „festen Instanz“ werden: „Es gibt schon Pläne für eine Neuauflage, ob jedes Jahr oder alle zwei Jahre, ob mit einem Sponsor – das muss noch überlegt werden, aber sie sollen auf jeden Fall wieder stattfinden.“